Die Lage der Privatlehrer und -lehrerinnen.

Die Freie Gewerkschaft der privaten Lehrkräfte hielt gestern im Saale des Zentralvereines der kaufmännischen Angestellten im ersten Bezirk ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Vorsitzende Genossin Dr. Furtmüller sagte in ihrer Eröffnungsansprache, es müsse mit aller Kraft dahingewirkt werden, daß der Antrag des Abgeordneten Glöckel wegen eines Gesetzes zur Regelung der Verhältnisse der Privatlehrer im Nationalrat endlich zum Beschluß erhoben werde.

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Hierauf hielt Frau Dr. Furtmüller ein ausführliches Referat, in dem sie sagte: Die Privatlehrer und -lehrerinnen stehen als die wirtschaftlich Schwächsten ganz schutzlos dem Arbeitgeber gegenüber, ja die Steuerbehörden betrachten diese Lehrkräfte sogar als Unternehmer und schreiben ihnen eine Erwerb- und Warenumsatzsteuer vor. (Entrüstungsrufe.) Bisher waren wir bei der Allgemeinen Arbeiterkrankenkasse versichert, wo wir sehr gut behandelt wurden. Diese wurde aber in eine Gebietskrankenkasse umgewandelt und wir sollen in die Angestelltenkasse, die Einigkeit, kommen, die uns aber nicht aufnimmt, solange unsere rechtliche Lage nicht geklärt ist. Es muß daher einmal festgestellt werden, was wir sind. Bei unseren kargen Einkünften können wir nicht die Beiträge als Unternehmer und als Angestellte leisten und noch dazu die Erwerb- und Warenumsatzsteuer entrichten. Es muß daher das Privatlehrergesetz geschaffen werden.

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Mit der Aufforderung zu reger Arbeit schloß die Vorsitzende Dr. Furtmüller die Tagung.


Fuente: transcripción a partir del facsímil de la Arbeiter-Zeitung (Viena), n.º 176, 28.6.1927, pág. 8, crónica «Die Lage der Privatlehrer und -lehrerinnen», en ANNO, Österreichische Nationalbibliothek (aid=aze), en Fraktur; se partió del OCR de la ÖNB y se corrigió sobre la imagen. Es un extracto: resumen periodístico, no texto de Aline Furtmüller. Los espaciados se dan en cursiva.