[26. September 1927]
Wien, 26. IX. 1927
Lieber verehrter Genosse Adler, da nunmehr die Abhaltung des Internationalen Kongresses in London 1928 ziemlich gesichert erscheint, wage ich wieder die Anfrage, ob Sie mich oder uns beide als Übersetzer brauchen können? Wir haben inzwischen auch Englisch gearbeitet und ich kann nun zu deutsch-französ. und französ.-deutsch noch engl.-deutsch und engl.-französ. übernehmen, schriftlich und mündlich; Carl würde Englisch nur schriftlich machen, Französisch wie bisher völlig frei, beides.
Für mein Russisch und Italienisch gibt es ja natürlich keine Verwendung.
Nun noch eine Frage; Sie waren einmal so lieb und haben den meiner Mutter so teuren persönlichen Post- und Paketverkehr von Land zu Land besorgt. Seit dem letzten Mal liegt eine große [¿braune?] Segeltuchtasche bei uns: wohin kann ich sie übersenden?
Seien Sie und die Ihren vielmals sehr herzlich gegrüßt von Ihrer
Lina Furtmüller. IV. Belvederegasse 3
[29. Mai 1928]
Wien IV Belvederegasse 3
- Mai 1928
Lieber Genosse Adler, darf ich Sie bitten, mir endgiltig mitzuteilen, ob Sie Carl und mich als Übersetzer in Brüssel brauchen können und wann und wo wir uns zu melden haben. Wir würden uns natürlich sehr freuen, unter Ihnen arbeiten zu dürfen.
Mit herzlichem Gruß
Lina Furtmüller.
[24. Juni 1928]
Wien 24. Juni 1928.
Lieber Genosse Adler!
Mit Ihrer negativen Protektion bin ich, was Arbeitsleistung (= Schinderei) betrifft, vollkommen einverstanden. Unsre Arbeitseinteilung war in Marseille für beide gleich, Carl und ich haben beide deutsch-französ. und umgekehrt in den Kommissionen übersetzt und können es gleich gut; ich habe ja auch schon bei den großen Wiener Massenversammlungen übersetzt. So haben wir damals auch beide die gleiche Entschädigung (50 schw. Fr) bekommen. Wenn das aus technischen oder persönlichen Bedenken diesmal nicht möglich wäre, würden wir natürlich als alte treue österreichische Sozialisten und Adlerianer trotzdem kommen; aber bei unserer Sommerbudgetierung hatten wir freilich eher mit einem Plus als mit einem Minus gegenüber 1925 gerechnet.
Jedenfalls bitte ich Sie, lieber Genosse Adler, unsre Zusage als gegeben zu betrachten und wegen Ankunftstermin und Auskunft in Brüssel womöglich vor dem 2. Juli Nachricht zu geben, da wir am 4. von Wien abreisen.
Von Carl und mir herzlichsten Gruß
Ihre Lina Furtmüller
Fuente: transcripción hecha para la Escuela Libre de Psicología Adleriana (2026) a partir de las imágenes digitales (IIIF) de los originales manuscritos: Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis (IISG), Ámsterdam, Labour and Socialist International Archives (ARCH01368), n.º 72 (en el inventario: «Furtmüller, L. Wien. 5 Bl.»; Tercer Congreso, Bruselas 1928: traductores), https://hdl.handle.net/10622/ARCH01368.72 (imágenes, PDF y OCR en materiales/furtmuller-aline/1928/1928-05-29_Briefwechsel-SAI-Uebersetzung-Bruesseler-Kongress__IISG/). Cartas inéditas, escritas a mano en letra latina; se reúnen aquí en orden cronológico las tres cartas de Aline Furtmüller de la carpeta (hojas 72/2, 72/3 y 72/5). La carta mecanografiada de Friedrich Adler del 21 de junio de 1928 (hoja 72/4), que no es suya, solo se resume en un comentario. Convenciones: [¿…?] lectura dudosa; [ilegible] palabra no descifrada. Se conserva la ortografía de la autora («endgiltig», «Unsre»).