Meine liebe Luise! Ich habe auch ein schlechtes Gewissen Dir gegenüber. Nun ist die Sache mit Schweden akut geworden, ich habe seit kurzem die Einreise, und das bringt, wie Du Dir denken kannst, viel Arbeit, Lauferei und — was ich am [ilegible] wenigsten liebe — Unruhe mit sich. Infolgedessen war ich all die Zeit her noch weniger zum Schreiben aufgelegt als gewöhnlich. Und Du wirst es entschuldigen, ich will dann alles nachholen. Auch Felix sollte ich schreiben, bitte grüsse ihn im nächsten Briefe von mir. Er hat ja bei alledem auch so wunderbar mitgewirkt. Von Frau [¿Kramer?] habe ich unendlich lange nichts gehört u. weiss auch ihre Adresse nicht. So kommt
man auseinander, obwohl man in derselben Stadt lebt. Mit den fernen Freunden verbindet einen doch wenigstens der Briefwechsel. Nun lebe herzlich wohl, seid alle gegrüsst. Und bleib schön gesund und tapfer wie immer. Herzlichst
M. H.
9.X.941
Fuente: transcripción hecha para la Escuela Libre de Psicología Adleriana (2026) a partir de las imágenes digitales (IIIF) del manuscrito autógrafo: Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis (IISG), Ámsterdam, Karl Kautsky Papers (ARCH00712), serie «Briefe an Luise Kautsky», Nr. 1091 (carpeta «Hilferding, Margarethe. 1924, 1936-1938, 1941, undat.»), https://hdl.handle.net/10622/ARCH00712.1091, imágenes 17-18 (el texto empieza en la imagen 18; imágenes y PDF en materiales/hilferding/1924/1924-1941_Briefe-an-Luise-Kautsky__IISG/). Tarjeta inédita; es la última pieza de la carpeta. Convenciones: [¿…?] lectura dudosa; [ilegible] palabra no descifrada; … tachado; se conserva la ortografía de la autora (sin «ß», «u.» por «und»).