Kleinarbeit im Gemeinderat.
Der gestrigen Sitzung des Gemeinderates lag eine überaus umfangreiche, 87 Geschäftsstücke umfassende Tagesordnung vor, deren größter Teil ohne Wortmeldung erledigt wurde. In der Mehrzahl handelte es sich um die Gewährung von Nachtrags- und Sachkrediten, Subventionen, Straßenherstellungen, Lichtinstallationen u. a. m.
Eine längere Debatte entspann sich über die Anregung des Stadtschulrates, vom Schuljahr 1926/27 an nicht nur den Kindern der Volks- und Bürgerschulen, sondern auch jenen, die den einjährigen Lehrkurs und die Versuchsklassen der allgemeinen Mittelschulen besuchen, alle Lehrmittel unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.
Die Redner der Opposition kritisierten bei diesem Anlaß scharf die jetzt geübte Auswahl der Klassenlektüre, die abstoßend und verrohend auf die Jugend wirke und oft in der krassesten Form sexuelle Aufklärung betreibe.
Demgegenüber wies Gemeinderätin Furtmüller (Soz. Dem.) darauf hin, daß die Wiener Schulreform heute im Mittelpunkt des Interesses der Schulkreise aller Kulturländer stehe. Hunderte von Abordnungen aus aller Welt, ja sogar aus Japan, besuchen Wiener Schulen, und haben sowohl für Lehrplan als auch für die Auswahl der Lehrbücher uneingeschränktes Lob.
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Fuente: transcripción a partir del facsímil de Der Tag (Viena), n.º 1378, 25.9.1926, pág. 4, crónica «Kleinarbeit im Gemeinderat», en ANNO, Österreichische Nationalbibliothek (aid=tag), en Fraktur; se partió del OCR de la ÖNB y se corrigió sobre la imagen. Es un extracto: resumen periodístico de unas líneas en estilo indirecto, no texto de Aline Furtmüller. El espaciado del nombre se da en cursiva.