Euer Wohlgeboren!
Vielen Dank für Ihre liebenswürdige Meinung, die mir zuviel, Freud vielleicht zu wenig gibt. Aber ich will mich bemühen, nachträglich die Rechtfertigung für meine Person zu schaffen, und werde in einiger Zeit über das „Unbewusste“ schreiben.
Unser Schrecker wird im April nach Halle kommen und Ihnen persönlich unsere Anhänglichkeit aussprechen. Vielleicht können Sie es ihm ermöglichen, einen Vortrag etwa über „Die Fiktionslehre in der Psychotherapie“ zu halten, ein Ersuchen, das er noch selbst an Sie richten wird. Da er nicht Mediziner ist, braucht nicht befürchtet zu werden, dass der Vortrag etwa nur Ärzten zugänglich wäre.
Es tut mir sehr leid, noch nicht nach Halle kommen zu können.
Ihr ergebener
Adler.
22/I 1913.
Quelle: Transkription nach den Digitalisaten der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Nachlass Hans Vaihinger, Aut. XXI, 1c-1: brema.suub.uni-bremen.de/nachlaesse/content/titleinfo/3586329 (Public Domain Mark 1.0). Ungedruckt.