Fortschritte der Individualpsychologie

Vortrag, gehalten am VII. Kongreß für Psychologie in Oxford, im August 1923

Von Dr. ALFRED ADLER

In der Verfolgung unserer Forschungen gelangten wir im Laufe der letzten Jahre zu einem immer stärkeren Ausbau unserer Standpunkte, die nunmehr der Öffentlichkeit und ihrer Überprüfung übergeben werden sollen. Dies gilt in erster Linie von der Grundanschauung der Individualpsychologie: nicht die im Seelenleben auffindbaren Kräfte und Phänomene, wie sie experimentell erschlossen oder analytisch gefunden werden, ergeben ein Verständnis für eine Person. Das Individuum kann sie verschiedentlich benützen oder unbenützt lassen. Was wir den anderen Richtungen der Psychologie und Menschenkenntnis entgegenzuhalten hatten, war die Feststellung, daß sie uns bestenfalls etwas aussagen über die vorhandenen Kräfte, nicht aber über deren Gebrauch und Verwendungsart, nichts über die Richtung. Das Seelenleben aber ist kein Sein, sondern ein Sollen. Durch diesen Zwang zu einem auf ein Ziel gerichtetes Geschehen kommt in das ganze Seelenleben ein Drang nach vorwärts, und in diesem Strom des Geschehens erfahren alle vorhandenen seelischen Kategorien und Kräfte ihre Form, Richtung und Modellierung.

Der Ausbau des menschlichen Seelenlebens geschieht unter Zuhilfenahme einer fiktiven Teleologie, durch Aufstellung eines Zieles, unter dem Druck einer teleologischen Apperzeption, und so erweist es sich am Ende, daß wir in allen seelischen Erscheinungen den Charakter der Zielstrebigkeit wiederfinden, dem sich alle Kräfte, Instanzen, Erfahrungen, Wünsche und Befürchtungen, Defekte und Fähigkeiten einordnen. Daraus ergibt sich, daß ein wirkliches Verständnis für ein seelisches Phänomen oder für eine Person nur aus einer teleologisch begründeten Zusammenhangsbetrachtung gewonnen werden kann.

Daraus geht hervor, daß jedes Individuum handelt und leidet nach Maßgabe seiner individuellen Teleologie, die wie ein Fatum wirkt, solange er sie nicht verstanden hat. Ihre Ursprünge führen bis in die erste Kindheit zurück und zeigen sich fast immer irrtümlich beeinflußt durch körperliche und seelische Schwierigkeiten, durch Gunst und Ungunst der ersten Situationen in der Kindheit.

Durch diese Betrachtung wird die Bedeutung der Kausalität für das Verständnis des seelischen Geschehens so weit eingeschränkt, daß wir sie wohl voraussetzen, daß wir sie aber als ungenügend erkennen bezüglich der Aufhellung eines seelischen Rätsels und gar zur Vorhersage einer seelischen Stellungnahme.

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Das Ziel des menschlichen Seelenlebens wird so zum Dirigenten, zur causa finalis, und reißt alles seelisch Bewegliche in den Strom des seelischen Geschehens hinein. Hier ist die Wurzel der Einheit der Persönlichkeit, der Individualität. Ihre Kräfte könnten woher immer gekommen sein, nicht woraus sie entstanden sind, wohin sie gehen, auf was sie hinauslaufen macht ihre Eigenart aus. Ein Beispiel soll dies erörtern: Ein vierzigjähriger höherer Beamter leidet seit seiner Kindheit an Zwangsimpulsen. Von Zeit zu Zeit muß er mit peinlicher Pedanterie die kleinen Aufgaben, die er sich stellt, sorgfältig auf einem Zettel niederschreiben. Dabei entdeckt er ein heimliches Lustgefühl, das er sich nicht erklären kann. Bald wird dieses aber abgelöst durch ein heftiges Reuegefühl, wie er die Zeit mit solchen Dingen vertrödeln könne. Und nun gibt er sich die Schuld, daß er durch diese Abhaltungen sein Fortkommen im Leben verhindert habe. Nach kurzer Zeit wiederholt sich dasselbe Spiel.

Nach dem heutigen Stand der individualpsychologischen Erfahrung sind derartige Rätsel auf den ersten Blick lösbar. Wir sehen diesen Mann statt auf dem Wege der Gemeinschaft, anstatt mit der Lösung seiner Probleme beschäftigt, in unverstandene Schwierigkeiten verwickelt. Bei dieser Gelegenheit aber umgeht er wie ein Deserteur die ihm gesetzten, gesellschaftlich notwendigen Aufgaben. Seine Schuldgefühle, weit entfernt, seine und seiner Umgebung Lage, seine bisherigen Fehler zu verbessern, tragen nur zur Verschlimmerung bei, weil sie ihn noch weiter von seiner Arbeit abziehen. Sind also weitere, richtige Mittel zur Desertion. Seine bewegte Klage endlich, wie ihn sein Leiden im Fortkommen störe, entbehrt nicht des Lichtblickes, weil sie gleichbedeutend ist mit der Feststellung: „was hätte ich alles geleistet, wenn ich dieses Übel nicht gehabt hätte!“

Wir sehen in das Arrangement eines Nebenkriegsschauplatzes, dessen Zweck und Ziel es ist, den Hauptkriegsschauplatz auszuschalten. Und alle vorhandenen seelischen Phänomene, Zwang, Lustgefühle, Schuldgefühle, Logik und Lebenswandel, spottend jeder Interpretation ihres Ursprunges und ihrer ursprünglichen Bedeutung, gehorchen ausschließlich nur der einen Aufgabe: im Vormarsch des Lebens der Lösung der realen Fragen auszuweichen, eine sichernde Distanz zu ihnen zu gewinnen und den Schein einer tröstenden Reserve zu erobern: „was ich alles hätte leisten können, wenn — —“

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Neurose und Psychose sind die Ausdrucksformen entmutigter Menschen. Wem sich diese individualpsychologische Erkenntnis entschleiert hat, der wird es füglich vermeiden, mit entmutigten Menschen langwierige Exkursionen in mystische Felder der Psyche zu unternehmen. Selbst beiläufig richtige Mutmaßungen über primäres psychisches Geschehen würden immer nur willkommener Ausweg sein, sich von lebenswichtigen Fragen zu entfernen. Was immerhin wirksam und förderlich dabei zustande kommen kann, ist wie bei der Suggestiv- und hypnotischen Therapie die Ermutigung, die unverstanden (unbewußt?) aus der menschenfreundlichen, geduldigen Beschäftigung des Arztes erfließt.

Diese Form einer teilweisen Ermutigung genügt in den seltensten Fällen, ist niemals auch gleichzusetzen unserer Methode, die unabhängig und selbständig macht, weil sie die wirksamen Ursachen der Entmutigung behebt.

Also legt die Individualpsychologie doch auch den Ursachen einer seelischen Erscheinung Gewicht bei? Wohl denen des zu behebenden Grundphänomens, nicht aber denen, die als Ausdrucksmittel der Entmutigung immer nur ihrer Zweckmäßigkeit halber Anwendung finden, eigentlich richtig am Platze sind, solange die Mutlosigkeit anhält, oder auch durch andere ersetzt werden können.

Um also von den Ursachen der Entmutigung zu sprechen: sie sind immer irrtümlich! Einen völlig zureichenden Grund zur Entmutigung gibt es nicht! Nur dieser Irrtum berechtigt uns, eine radikale Therapie der Neurosen in Angriff zu nehmen. Im obigen Fall war es der hochmütige, herrschsüchtige Vater, der den Jungen schon in seiner Kindheit bedrückte und ihm systematisch die Hoffnung auf ein gedeihliches Fortkommen raubte. Man wird einwenden, ob denn jedes Kind entmutigt werden könne? Nun, ich traue diese Kunst jedem Erzieher bei jedem Kinde zu, insbesondere weil die ganze Menschheit zur Entmutigung neigt. Freilich ist die aufzuwendende Kraft in jedem Falle verschieden und kann durch körperliche Minderwertigkeiten gefördert, durch günstige Umstände gehemmt werden. Das Ziel dieses Kindes aber war, den Vater zu übertreffen. Da es sich dies in offenem Streben nicht zutraute, unterfing es sich, den Schein der Überlegenheit zu retten, suchte Umwege und fand einen Ausweg und mildernde Umstände in seiner Zwangsneurose.

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Wer ist nun der wirkliche Dirigent, der vielleicht nur dort, wo es ihm paßt, andere Ziele als das seine (Selbsterhaltung, Hunger und Liebe, Lustgewinnung) vorschiebt, sie gelegentlich auch vertauscht? Der in allen Phänomenen sein Spiel treibt, alle Ausdrucksformen, seelische wie körperliche, beherrscht und in seinen Dienst stellt? Ist es nur einer? Sind es mehrere? Ist es vielleicht denkbar, daß ein Individuum, ein Unteilbares, das wir als Einheit empfinden und verstehen, von dem wir, was als einziges Kriterium des Verständnisses Wert besitzt, vorhersagen können, wie es sich in einer bestimmten Lage benehmen wird, mehreren Zielen nachstrebt? Wir haben es nie gefunden. Aber das double vie, die Ambivalenz? Sind hier nicht zwei Ziele zu sehen? Das Schwanken, der Zweifel?

Immer weist uns das Geltungsstreben, im allgemeinen Sinne das Wollen, darauf hin, daß in allem seelischen Geschehen eine Bewegung im Gange ist, die von einem Minderwertigkeitsgefühl aus ihren Lauf nimmt, um zur Höhe zu gelangen. Die individualpsychologische Lehre von der seelischen Kompensation weist darauf hin, je stärker das Minderwertigkeitsgefühl ist, um so höher das Ziel der persönlichen Macht.

Ist aber das Geltungsstreben mit seinem Ziel der Überlegenheit jene richtende Kraft, die alle Bewegungen der Menschen lenkt, dann dürfen wir sie uns nicht etwa als belanglosen Faktor vorstellen. Dann ist sie mit unserem gesamten Leben verbunden, dann stellt sie ein Streben dar auf Leben und Tod. Und in der Tat: sie ist imstande, unseren Selbsterhaltungstrieb, unser Lustverlangen, unseren Wirklichkeitssinn, unsere moralischen Gefühle zu stören oder aufzuheben. Sie findet im Selbstmord einen Weg zur Durchsetzung, sie lenkt unsere Freundschafts- und Liebesgefühle, sie läßt uns Hunger und Durst ertragen und macht uns Schmerz, Trauer, Qualen zu Etappen unserer Triumphe. Nichts was der Mensch genießt oder empfindet und tut, empfängt er mit Unbefangenheit. „Schön ist häßlich, häßlich schön“, singen Macbeths Hexen. Und: „der Verstand ist listig“, erklärt Hegel. Als Sokrates einst einen Sophisten in durchlöchertem Mantel sah, rief er ihm zu: „Jüngling von Athen, aus den Löchern deines Mantels guckt die Eitelkeit!“ Bescheiden und eitel zugleich! Ist hier eine ehrliche Ambivalenz vorhanden? Oder ist es nicht eine Finesse, mit zwei statt mit einem Pferde zu fahren, auch durch Bescheidenheit zu glänzen? Im double vie unterstützen sich beide Rollen, um das Ziel der Überlegenheit erreichen zu helfen. Sowie ein Börsenspieler, je nach Bedarf, das eine Mal in der Haltung des Haussiers, ein andermal als Baissier auftritt, beides, um Geld, das heißt Macht zu gewinnen. So antwortete mir einmal ein reichgewordener alter Geschäftsmann auf meine Frage, warum er noch verdienen wolle, da er doch alles kaufen könne, was käuflich sei: „Wissen Sie,“ sagte er, „das ist die Macht, die Macht über die andern!“

Ich könnte als Psychologe auch andere Wege gehen. Ich könnte den psychologischen Wurzeln nachforschen, warum jener Sophist eine Vorliebe für zerrissene Mäntel hatte, um seine Bescheidenheit zu demonstrieren. Dann aber käme ich auf ein dem Sophisten erwünschtes Nebengeleise. Ich hätte seine Eitelkeit aus den Augen verloren. Ich muß vielmehr ergründen, woher seine Eitelkeit stammt.

Ob er dabei im Sinne des Vaterideals vorgeht, wenn er sich in Lumpen hüllt oder im Sinne des sogenannten „Ödipuskomplexes“ oder vielleicht in beider Sinne oder in keiner von diesen Richtungen, ist wohl recht belanglos. Auch die uns bekannten Tatsachen, daß einer den Vater nachahmt oder ihm zuwiderhandelt, haben durch eine derart mystifizierende Beleuchtung keine Bereicherung gefunden.

Hier schließt sich unser Verständnis für die psychologische Struktur des Zweifels an. Auch beim Zweifel bestehen nicht etwa zwei verschiedene Ziele, sondern ein einziges: Stillstand! Die gleiche Überlegenheit gilt für alle sogenannten nervösen Symptome. Wie eine verschleierte Bremsvorrichtung greifen sie in die Bewegung des Fortschrittes ein, lenken sie auf ein Nebengeleise und hemmen die Erfüllung von oft selbstausgesprochenen Forderungen.

Auch in diesen Fällen finden wir als Dirigenten die Eitelkeit, die sich vor Verletzungen fürchtet.

Das Ziel der Überlegenheit, bei Nervösen außerordentlich hoch angesetzt, formt die Individualität des Einzelnen, modifiziert seine Logik, Ästhetik und Moral und drängt ihm die zugehörigen Charakterzüge, Intelligenz, Energie und Affekte auf. Die leitende Idee seiner Persönlichkeit verhilft ihm zu seiner eigenartigen Gangart und Bewegungslinie, die wie eine ewige Melodie sein ganzes Leben durchzieht. Wer diese Bewegungslinie kennt, versteht erst den Sinn jeder einzelnen Bewegung. Reißt man ein einzelnes Phänomen aus diesem Zusammenhang, so wird man es immer mißverstehen. Die einzelnen Töne sagen uns nichts, wenn wir die Melodie nicht kennen. Wer aber die Bewegungslinie eines Menschen kennt, für den beginnen die einzelnen Erscheinungen zu sprechen.

Daraus folgt auch: die richtig verstandenen seelischen Phänomene können als Vorbereitungen für ein Ziel der Überlegenheit aufgefaßt werden.

Über den Ursprung des Geltungsstrebens sind wir durchaus nicht im Unklaren. Die Dürftigkeit und Hilflosigkeit des Kindes führt regelmäßig zu einem Minderwertigkeitsgefühl, das nach Erlösung drängt. Schlechte Erziehung, ungünstige Situation, angeborene körperliche Schwächen steigern dieses Minderwertigkeitsgefühl und damit auch die Sehnsucht des Kindes nach Geltung und Macht. Das Kind findet in seinen ersten Jahren die Schablone für seine Stellungnahme zum Leben, entsprechend seiner Situation, seiner Umgebung, seinem Lebensmut und seiner Findigkeit. Im Trotz oder im Gehorsam, immer strebt es nach der Höhe.

Dabei ist entsprechend der Unreife des kindlichen Geistes und Verständnisses reichlich für Irrtümer Platz. Ja, wir werden, da das menschliche Wirken Stückwerk ist, eigentlich niemals den Irrtum vermissen. Nicht in der Einschätzung der eigenen Lage und nicht in der Wahl des Zieles. Dazu kommt noch, daß bei ehrgeizig Strebenden niemals Konflikte, Rückschläge und Niederlagen ausbleiben, da sie sich von der Logik des menschlichen Zusammenlebens, von der absoluten Wahrheit, also vom Gemeinschaftsgefühl allzuweit entfernt haben. Damit aber stellt sich die Entmutigung ein, die immer Irrtum ist, in ihren verschiedenen Graden und arrangierten Sicherungen abermals zu zahlreichen Irrtümern Anlaß gibt. Wir haben festgestellt, daß alle Nervöse entmutigte Ehrgeizige sind und daß die Entmutigung der Kinder und der Erwachsenen vielleicht auf 90 % der Menschheit verteilt ist.

Die Aufgabe der Erziehung ist es, die Schablone des Machtstrebens zu verhindern und die Entfaltung des angeborenen Gemeinschaftsgefühls zu fördern. Die individualpsychologische Behandlung der Nervösen, der entmutigten Ehrgeizigen, geschieht durch Aufdeckung ihrer Irrtümer, durch Abbau ihres Machtstrebens und durch Hebung ihres Gemeinschaftsgefühls.

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Man könnte geneigt sein, in unseren Anschauungen den Bestand einer Schablone zu suchen, und könnte glauben, es genüge die Kenntnis dieser Schablone, etwa des Minderwertigkeitsgefühles und seiner Kompensationen, um nun alle Rätsel des Seelenlebens lösen zu können. Da vergesse man nur nicht der Unsumme von Kunstgriffen und Listen, deren Buntheit nicht kleiner ist als das Leben selbst. Einen Leitfaden, einen sicheren Führer, nicht mehr bedeuten die Grundanschauungen der Individualpsychologie. Jedesmal muß der Weg selbst gegangen werden, das Dunkel erhellt werden, bis wie durch eine Eingebung dem Suchenden und Untersuchten der Zusammenhang klar ist. Es ist durchaus nicht auf den ersten Blick einzusehen, wo im Falle der Depression, der Melancholie das Ziel der Überlegenheit wirksam sei. Wir wollen es an einem Falle von „manischdepressivem Irresein“ nachzuweisen versuchen.

Ein 40jähriger, athletisch gebauter Mann mit langgezogener Nase und eiförmigem Gesicht klagt, daß er derzeit bereits zum dritten Male in einen Zustand der Melancholie verfallen sei. Alles widere ihn an, er könne sich mit nichts beschäftigen, sein Schlaf sei seit Beginn der melancholischen Verstimmung vor acht Monaten wieder wie bei den anderen zwei melancholischen Phasen vollständig gestört. Er trauere den ganzen Tag und die Nacht dahin, finde an nichts Gefallen und sei erotisch völlig unempfindlich. Alles komme ihm wie Mist vor. Im Jahre 1918 sei er an Manie erkrankt. Wie ein Champagnerrausch sei es über ihn gekommen. Er dachte, er müsse sein Vaterland retten, er sei dazu auserkoren, müsse Reichsverweser werden; er habe auch versucht, Verhandlungen anzubahnen, hatte große Entwürfe für Kolossalbauten ausgearbeitet, bis ihn seine Familie in eine Irrenanstalt sperrte. Einige Wochen nachher verfiel er in einen Zustand der Depression, der neun Monate währte und ganz wie der gegenwärtige verlief.

Kaum fühlte er sich besser und dachte wieder an eine regelmäßige Arbeit, als die Manie wieder eintrat, ungefähr die gleiche Zeit wie das erste Mal dauerte, um dann der melancholischen Phase Platz zu machen. Fast unmittelbar an diese reihte sich das dritte manische Zustandsbild, welches von der gegenwärtigen Melancholie abgelöst wurde.

Die Ausdrucksform der völligen Entmutigung dürfte kaum zu übersehen sein. Der Lebenslauf dieses Mannes bot genug Verlockungen dazu und Bestätigungen dafür. Er war das Kind einer reichen Familie und hatte zum Taufpaten einen höchsten Würdenträger des Staates. Seine Mutter, eine ehrgeizige Künstlernatur, erklärte ihn fast in der Wiege schon als unvergleichliches Genie und stachelte seinen Ehrgeiz in unerhörtem Maße. Er wurde seinen anderen Geschwistern weit vorgezogen. Seine Phantasien in der Kindheit gingen daher ins Ungemessene. Am liebsten spielte er Feldherr, trommelte eine Anzahl Jungens zusammen und errichtete sich einen Feldherrnhügel, von dem aus er die Schlachten leitete. In der Kindheit schon und später in der Mittelschule empfand er es tief schmerzlich, wenn ihm nicht alles leicht und glänzend von der Hand ging. Von da an begann er seinen Aufgaben auszuweichen und vertrödelte die Zeit hauptsächlich mit Tonarbeiten. Wir werden sehen, wie diese Spiele der Jugend zum Ausgangspunkt seiner Berufswahl wurden. Er ging später zum Militär, verließ aber bald seine Stellung, um sich der Bildhauerkunst zu widmen. Als er auch da nicht gleich zu Ruhm und Ehren gelangte, sattelte er abermals um und wurde Landwirt. Als solcher verwaltete er die Güter seines Vaters, ließ sich in allerlei Spekulationen ein und stand eines Tages vor dem völligen finanziellen Zusammenbruch. Als er wegen seiner waghalsigen Unternehmungen als verrückt gescholten wurde, gab er das Rennen auf und zog sich zurück.

Da kam die große Geschäftskonjunktur der Nachkriegszeit, und alle seine waghalsig begonnenen, schon verloren geglaubten Unternehmungen begannen aufzublühen. Geld strömte ins Haus und überhob ihn jeder Sorge. Auch sein Prestige schien gerettet. Nun hätte er sich wieder nützlicher Arbeit widmen können. Da brach sein manischer Anfall aus und verhinderte jede Tätigkeit. Die gute Zeit traf ihn bereits im Zustande gänzlicher Entmutigung.

Aus seinen Jünglingsjahren erinnert er sich an ein starkes Prädestinationsgefühl. Selbst Gedanken der Gottähnlichkeit wagten sich an ihn heran. Seine Zimmer waren über und über mit Napoleonbildern geschmückt, die wir als Beweis seines Strebens nach Macht gelten lassen dürfen. Als ich ihm einst zur Illustration seiner Bewegungslinie darauf verwies, daß er einen Helden in seiner Brust trage, den er seit seiner Entmutigung nicht mehr auf die Probe zu stellen wage, erzählte er mir betroffen, daß er über der Türe seines Arbeitszimmers einen Spruch Nietzsches angebracht habe, der folgendermaßen lautete: „Bei allem, was dir heilig ist, bitte und beschwöre ich dich: wirf den Helden in deiner Brust nicht von dir!“

In einer der Hauptfragen des menschlichen Lebens, in der Berufsfrage, sehen wir deutlich seine fortschreitende Entmutigung infolge seines unerfüllten und unerfüllbaren Ehrgeizes. Wir können sie, wenn auch nicht billigen, so doch begreifen. Wie war es mit der zweiten Hauptfrage, mit der sozialen Verknüpftheit von Mensch zu Mensch? Man konnte leicht vorhersagen, daß er auch hier scheitern mußte, daß sein Hochmut ihn kontaktunfähig machen mußte, so daß er im großen und ganzen niemandem zulieb und niemandem zuleid in einer isolierten Stellung verharrte. Selbst seine Geschwister und seine Kameraden wurden ebensowenig in seiner Nähe warm wie er in ihrer. Nur zuweilen zeigte sich im Beginne einer neuen Bekanntschaft ein anfängliches Interesse, um bald wieder abzuflauen. Er kannte die Menschen nur von ihrer schlechten Seite und hielt sie ferne. Dies und sein Ziel der Überlegenheit zeigte sich auch in seinen satirischen, scharf zugespitzten Pointen.

In der dritten Hauptfrage des Lebens hatte er schwer Schiffbruch gelitten. Er hat wohl niemals geliebt und kannte die Frau nur als Objekt. So kam es, daß er in jungen Jahren an Lues erkrankte, an die sich unvermerkt eine Tabes mit leichten Erscheinungen schloß. Dies trug nicht wenig zu seiner weiteren Entmutigung bei. Jetzt sah er sich von allen Triumphen ausgeschlossen, die er sich sonst im ersten Ansturm bei Frauen, beim Preisfechten, Wettschwimmen und bei Hochtouren geholt hatte.

Wie er die Menschen sich entfremdet hatte, stand er nun selbst als Fremdling in diesem Leben, das ihm nirgends einen Kontakt bot. Seinen Irrtum einzusehen, zu verbessern war er nicht fähig. Sicherlich hinderte ihn auch sein Stolz, der Held in seiner Brust daran. So fand ich ihn als einen Menschen, der nach einem glänzenden, ja fanatischen Auftakt immer nachgelassen hatte, sobald sein Ehrgeiz zu fürchten begann.

Sobald ich den Rhythmus seines Lebens, wie er unter dem Druck seines ehrgeizigen Strebens zustande gekommen war, erkannt hatte, wußte ich auch, daß alle seine seelischen Leistungen im Sinne dieses Rhythmus verlaufen mußten. Um die Probe darauf zu machen, ließ ich mir seine Schriftzüge zeigen.

[Faksimile der Handschrift des Patienten:] Fest gemauert in der Erde / Steht die Form aus Lehm gebrannt

Man sieht auch hier, und zwar ohne graphologische Deutungskunst, den starken Auftakt und das ständige Schwinden in der Größe der Buchstaben in jedem Wort.

Ebenso sinnfällig äußern sich die entfernten Pole seiner Bewegungslinie in der Wahl seiner Stoffe, die er plastisch gestalten wollte. Einen Sonnenanbeter wollte er schaffen, der mit ausgebreiteten Armen nach dem Höchsten greift, und die Trauer, die tief zur Erde gebückt ein verlorenes Glück beweint. Doch nicht einmal an die Vorarbeiten ist er geschritten. Sein Ehrgeiz lebte weiter, war aber ohnmächtig geworden und verbarg sich.

Alles, was dieser impotent gewordene Ehrgeiz noch gestalten konnte, zumal der Kontakt zur Außenwelt verloren gegangen war, sah man in der Darbietung seiner Psychose. Sie beginnt mit dem manischen Auftakt, der brüllend den Mut zur Leistung beweisen will, gerade aber durch sein Ungestüm und durch seinen Widerspruch gegen die Logik uns die Entmutigung verrät. Im Rausch seiner Machtlüsternheit rast er dahin und zwingt die Umgebung zur Korrektur, zur Obsorge und zur Hemmung, die der Kranke selbst nicht aufbringen darf, weil sein verwundeter Ehrgeiz keine Handlung im Sinne des common sense duldet.

Nun folgt das Schwinden des Kraftaufwandes im Zwange seiner Lebenslinie. Die Entmutigung in der melancholischen Phase liegt klar zutage. Wo steckt nun der Ehrgeiz? Alles ist schal. Nichts kann ihn bewegen, ihn erfreuen, nichts wirkt auf ihn. Allem steht er kalt und fremd gegenüber wie annähernd schon in seinen jüngeren Jahren. Die Nichtigkeit alles Irdischen, die Wertlosigkeit aller Menschen, aller menschlichen Beziehungen ist die Rache seines verwundeten Ehrgeizes, mit der er sich jeder Wirkung und Kraft der anderen entzieht, indem er sie leugnet.

Und je mehr er über diese Entwertung klagt, um so deutlicher stellt er sie fest. Statt sich zu erhöhen, erniedrigt er die anderen. Dem irrtümlich allzu hoch gesteckten Ziel seiner frühen Kindheit bot die Wirklichkeit unlösbare Schwierigkeiten. Nur im Spiel, in der Phantasie und in leicht und rasch erworbenen Triumphen genügten sein Mut und seine Ausdauer. Nach individualpsychologischen Maßen gemessen, war er immer ein Typus des Entmutigten. Sein manisch-depressives Irresein ist der Ausdruck einer stärkeren Entmutigung bei gleichbleibendem Rhythmus seiner Bewegungslinie.

Zum Rätsel des zyklischen Verlaufes dieser Erkrankung sollen nächstens noch einige Aufklärungen folgen. Ebenso bezüglich der Behandlung.

II. Teil

Von Dr. ALFRED ADLER (Wien)

Unsere Schilderung des manisch-depressiven Patienten zeigte uns ein völlig einheitliches Bild. Das hohe Niveau, das ihm in den ersten Kinderjahren durch die verzärtelnde Mutter angewiesen worden war, trübte seinen Blick für die Wirklichkeit, legte ihm nahe, immer nur den ersten Platz als den ihm gebührenden zu beanspruchen und zu erwarten! Im Hause und vor der Schulzeit, später auch außerhalb der Schule glückte es ihm auch dank der hervorragenden Stellung seiner Familie und mit Hilfe der Mutter, die ihn den übrigen Geschwistern vorzog. Für die Schule aber war er mit seiner ehrgeizigen Erwartung und seiner schlechten Vorbereitung für Aufgaben, die ihm andere stellten, ferner auch mit seinem Mangel an Gemeinschaftsgefühl und Kameradschaftlichkeit schlecht vorbereitet. So ließ er die Schule bald in den Hintergrund treten und fand sie zu sauer. Eine lange Jahre währende Enuresis legte Zeugnis davon ab, daß er auch bei Nacht seine Umgebung, vor allem seine Mutter, mit seiner Person beschäftigen wollte, und enthüllte seine Unselbständigkeit und seine Bangigkeit vor der Zukunft.

Als er ins Leben trat, war er schlecht vorbereitet, bereits geneigt, Schwierigkeiten auszuweichen, Aufgaben gegenüber leicht entmutigt, aber von einem ungeheuren Ehrgeiz beseelt, die herrschsüchtigen Träume seiner Jugend mühelos erfüllt zu sehen und die Erwartungen seiner Mutter von seiner sieghaften Größe ohne Anstrengung, als ein Geschenk des Himmels zu übertreffen.

Die Tatsachen des Lebens leisteten Widerstand. Da verließ er dreimal als Geschlagener seinen Posten. Vor dem Ernst einer Liebe flüchtend, geriet er in die Banalitäten der Erotik und erwarb eine Lues. Seine Götterdämmerung brach herein. Eine Tabes, eine Untauglichkeitserklärung im Kriege und der drohende Verlust des Familienvermögens durch seine phantastischen Projekte lähmten die letzten Spuren seiner Tatkraft. Als in der Tollheit der Kriegs- und Friedenskonjunktur seine Unternehmungen wider aller Erwarten neues Leben gewannen und aufblühten, war er im Willen gelähmt.

Aber der Ruf zu neuen Taten traf an sein Ohr. Unfähig zu ernsten Leistungen, gelang ihm nur ein ekstatischer Taumel, ein Willensrausch, der potenzierte heroische Auftakt seiner alten Leitlinie, die wie gewöhnlich dem Abbruch zustrebte. An die Manie schloß sich eine Melancholie. Als diese langsam verebbte, das heißt für uns Individualpsychologen: als sich sein Mut wie immer nach Niederlagen wieder zu heben begann, hörte er nichts als freundliche Worte seines Psychiaters, die ihn zur Arbeit lockten und ihm Genesung verhießen. Wieder traf ihn der Ruf zur Arbeit und abermals in mangelnder Vorbereitung, ohne daß genügender Mut ihn beseelte. Da brach zum zweiten Male die Manie bei ihm aus.

Mit geziemender Bescheidenheit, aber entschieden wollen wir feststellen, daß nur ein individualpsychologisches Verfahren den zweiten Anfall hätte verhindern können. Dieser Mann war nicht bloß krank in der Zeit seines manisch-depressiven Irreseins. Dieses Zustandsbild war bloß der forcierte Ausdruck seiner alten Leitlinie, er war auch krank, entmutigt mit einem vertieften Minderwertigkeitsgefühl behaftet in seinen anscheinend gesunden Tagen. Und sollte so aus dem Hinterland an die Front des Lebens gehen?

Als seine zweite melancholische Phase fast ebenso lange als die erste gewährt hatte, hörte er von einem Psychiater, der die „luetische Grundlage“ der Cyclothymie besonders betonte und sie zu heilen unternahm. Er unterwarf sich auch dieser antiluetischen Kur. Arzt und Patient sahen die Melancholie schwinden. Da setzte wieder, fast unvermittelt, das manische Zustandsbild ein.

Ich übernahm den Patienten nach etwa fünfmonatlicher Dauer seiner Melancholie. Das Ende konnte man nach Analogie der früheren Anfälle in zwei Monaten erwarten. Mir war es nicht um das Aufhören der Melancholie zu tun. Ich sah meine Aufgabe klar vor mir. Ich brauchte vielmehr Zeit, um seine Irrtümer, seine falsche Lebensmethode, seine selbstgeschaffene Leitlinie zu berichtigen. Ich mußte den Patienten erst ermutigen, bevor ich ihn ins Leben hinausschickte, wollte ich nicht einen vierten manischen Anfall riskieren. Nach dreimonatlicher Kur schied der Patient von mir. Seine Melancholie war geschwunden, er fand schon an mancherlei Gefallen, machte kleinere Bergpartien und konnte in Gesellschaft recht unterhaltend sein.

Über sein Minderwertigkeitsgefühl hatte ich ihn beruhigt. Er ist kein überzeugter Anhänger der individualpsychologischen Gleichheitslehre geworden, aber er hatte sichtlich mehr Mut gewonnen und verstand und beherzigte den Unterschied zwischen Mut und manischem Getue. Seit einem Jahre ist er von weiteren Anfällen verschont geblieben. Aus seiner Umgebung hörte ich, daß er sich wohl befinde, nur etwas faul und mißmutig sei. Weiter reicht sein Mut bisher noch nicht.

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Was wir Neues an diesem Falle zeigen können, wenn wir auch derzeit noch nicht das Recht zur Verallgemeinerung in Anspruch nehmen, ist vor allem, daß das klinische Bild einer psychischen Erkrankung lange nicht alles ist, was für den Psychologen und Therapeuten in Betracht kommt. Wir haben vielmehr zeigen können, daß die klinische Erkrankung ganz der Leitlinie des Patienten angepaßt ist, daß sie die eigentümliche Gangart des Patienten aus seinen besseren Tagen aufweist, daß sie dem alten Ziel des Patienten zustrebt und daß sie als verstärkte Sicherung gegen Niederlagen zu verstehen ist. In diesem Arrangement, das zum größten Teil durch verstärkte Ausschaltung normaler Lebensbeziehungen zustande kommt, bis schließlich auch die logischen Beziehungen intensiver ergriffen und entwertet werden, kommt immer das alte Schwächegefühl und die Entmutigung des Patienten zum stärkeren Ausdruck. Aber wie in der Geste der Angst das Individuum jedesmal auch schon die Schutz- und Abwehrbewegungen zur Darstellung bringt, so tritt in den Ekstasen der Manie für jedermann sichtbar, in den Entwertungen alles Menschlichen in der Melancholie heimlicher das Ziel der Überlegenheit hervor.

Als zweiten, wichtigen Befund heben wir hervor, daß die sichtbare Erkrankung in einer Phase der größten Entmutigung ausbricht, daß diese Entmutigung begreiflich, wenn auch nicht berechtigt ist — weil der Patient wohl zur Entmutigung seit jeher neigt, während es doch für die Entmutigung niemals einen völlig zureichenden Grund gibt — und daß für den Ausbruch der Krankheit jedesmal auch eine subjektive Ursache aufzufinden ist.

Als dritte, für die Dynamik wie insbesondere für die Therapie bedeutsamste Tatsache konnten wir feststellen, daß es nicht mehr genügen darf, den Anfall ablaufen zu lassen und das Rezidiv zu erwarten. Die Aufgabe ist konkret in der Richtung zu lösen, daß der Kranke den überaus hohen Grad seiner Mutlosigkeit als unberechtigt verstehen lernt. Wir können aus der Kenntnis dieses und anderer Fälle mit einiger Sicherheit behaupten: nicht die Krankheit rezividiert, sondern die Entmutigung! Die Vorbereitung des Kranken für sein weiteres Leben muß auf diesen Gesichtspunkt weitestgehende Rücksicht nehmen.

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In einer bestimmten Hinsicht sind alle Neurotiker Opfer von Irrtümern der Kultur. Letztere sind durchaus nicht zufällig entstanden, sondern stammen aus dem mangelhaften Aufbau der menschlichen Gesellschaft. Ziehen wir die letzten Konsequenzen aus den obigen Betrachtungen, sine ira et studio, wie es der Wissenschaft geziemt, so müssen wir sagen: nur der ist sicher vor der Entmutigung und ihren Begleiterscheinungen, also auch vor der Neurose und Psychose, dem die Gleichwertigkeit aller vollsinnigen Menschen aufgegangen ist. Verschiedenwertig sind nur die Leistungen, diese aber setzen sich zusammen aus Vorbereitungen und Entschlossenheit. Wahre Kraft ist nie allein aus Anlagen zu holen, sondern aus dem mutigen Ringen mit Schwierigkeiten. Wer überwindet, der gewinnt!


Fuente: Alfred Adler, «Fortschritte der Individualpsychologie. Vortrag, gehalten am VII. Kongreß für Psychologie in Oxford, im August 1923», Internationale Zeitschrift für Individualpsychologie 2 (1923), n.º 1, septiembre de 1923, págs. 1-7, y «Fortschritte der Individualpsychologie. II. Teil», ibídem, n.º 3, enero de 1924, págs. 10-12; transcripción de los fascículos digitalizados en archive.org (ejemplar de la Preußische Staatsbibliothek de Berlín), con OCR propio (Tesseract) corregido sobre las imágenes de las páginas, y cotejo de la primera parte con la reimpresión alemana en The British Journal of Medical Psychology 4 (1924), parte 1, págs. 13-21 (archive.org), que la publica junto a la traducción inglesa de Cecil Baines, «Progress in Individual Psychology» (págs. 22-31). Variantes de la reimpresión del British Journal: trae «Die gleiche Ueberlegung» por «Die gleiche Überlegenheit» de la revista (pág. 3; errata evidente de esta, que se conserva); repite «Erfahrungen» en la enumeración de la pág. 1; trae «Nur im Rausch der Phantasie» por «Nur im Spiel, in der Phantasie» (pág. 6), y cierra la primera parte con «Zum Rätsel des cyklischen Verlaufes dieser Erkrankung sollen in einer späteren Arbeit noch einige Aufklärungen folgen» (sin la frase sobre el tratamiento). La ponencia figura también en los Proceedings and Papers of the VIIth International Congress of Psychology (Cambridge, 1924), no cotejados. El facsímil manuscrito de la pág. 6 (versos iniciales de «Das Lied von der Glocke» de Schiller) se transcribe entre corchetes. Se respetan «rezividiert» y «wider aller Erwarten». Las cursivas reproducen el espaciado del original. Se omiten los resúmenes en inglés de la redacción. Los comentarios S. n del código marcan el comienzo de cada página impresa de cada fascículo.