Sitzung vom 14. Februar 1914.

Diskussion über Straßers Arbeit „Über Kleptomanie“:

Dr. Adler: Das Wesentliche der Kleptomanie sei die Trotzeinstellung. Die Sucht, reich zu werden, wie bei Straßers letztem Fall, sei bei Menschen mit ausgeprägtem Minderwertigkeitsgefühl oft zu finden. Lehrreich sei auch die Einstellung dem Militär gegenüber: Bei Nervösen kommen Selbstmorde wegen Nichtassentierung vor, andererseits eine ganz wahnsinnige Angst vor dem Militär.

Freschl: Der Kleptomane triumphiert doppelt: man muß sich mit ihm beschäftigen, und doch ist er straflos.

Wexberg bringt den Fall eines siebenjährigen Mädchens, das in einem Schulaufsatz einen Diebstahl am Vater phantasierte, und das dann aus Angst vor Strafe erbrach: auch hier die Überwältigung des Vaters und die Straflosigkeit wegen des Erbrechens.

Dr. Sperber weist auf die große Bedeutung der Straßerschen Arbeit für die Kriminalistik hin.


Fuente: transcripción a partir de la Zeitschrift für Individualpsychologie. Studien aus dem Gebiete der Psychotherapie, Psychologie und Pädagogik 1 (1914), sección «Sitzungsberichte des Vereins für Individualpsychologie», H. 3 (junio de 1914), S. 95 (Internet Archive; fichero local 1914/1914-06_Zeitschrift-Individualpsychologie_Bd1-H3_Nervoese-Schlaflosigkeit__archive.pdf, pág. 33 del PDF). OCR de Internet Archive corregido sobre las imágenes. No es un texto redactado por Adler sino un acta sin firma (en estilo indirecto) de la redacción, cuyo responsable era Carl Furtmüller. El «Dr. Sperber» del acta no puede ser Manès Sperber (nacido en 1905). Las demás actas de la misma serie con intervenciones de Adler (29-XI, 13-XII y 27-XII-1913; 10-I, 24-I, 31-I, 7-II, 14-II, 7-III, 14-III, 21-III, 28-III, 4-IV y 18-IV-1914) forman entradas aparte. Las cursivas reproducen el espaciado del original. Los comentarios S. n marcan el comienzo de cada página impresa.