Wien 18. Oktober 1930

Lieber Genosse Adler, wenn Sie mich neulich in der Wiener Konferenz nicht so bös angeschaut hätten, müßte ich heute mit meiner kleinen Bitte nicht brieflich kommen; aber freilich traue ich mich kaum jemals mündlich an Sie heran, weil Sie, wo immer ich Sie sehe, ja wirklich intensiv in Anspruch genommen sind.

Meine Bitte: einen kleinen Gruß auf der beigelegten Karte für meine Mutter, die heuer 70 Jahre alt wird und der ich ein paar solche Karten, von alten Freunden gesendet, zusammenstellen und einbinden lassen möchte. Sie ist

ein Mensch, dem man nichts schenken kann, so hab ich denn diesen Gedanken gefaßt.

Es wäre sehr lieb von Ihnen, wenn Sie paar Worte schreiben wollten und extra lieb, we[nn] Sie's bald zusenden könnten.

Mit Dank und sehr herzlichem Gruß

Ihre Lina Furtmüller.

Ihren Litauer haben wir schon eingerichtet, im Zentrum und Paradies der Schulreform.

Wien IV Belvederegasse 3


Fuente: transcripción hecha para la Escuela Libre de Psicología Adleriana (2026) a partir de las imágenes digitales (IIIF) del original manuscrito: Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis (IISG), Ámsterdam, Labour and Socialist International Archives (ARCH01368), n.º 2473e (en el inventario: «Furtmüller, C. und L. Wien. 1930. 3 Bl.»), https://hdl.handle.net/10622/ARCH01368.2473e (imágenes y PDF en materiales/furtmuller-aline/1930/1930-10-18_Brief-an-Friedrich-Adler__IISG/). Carta inédita, escrita a mano en letra latina. Las demás piezas de la carpeta, de Friedrich Adler, solo se describen en un comentario. Convenciones: […] letras completadas por el editor; [¿…?] lectura dudosa; [ilegible] palabra no descifrada.