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Furtmüller (Wien): Ich möchte nur einige Bemerkungen zu dem Thema „Gemeinderätinnen“ machen. Zunächst technisch. Ich glaube schon, daß die Zahl unserer Gemeinderätinnen etwas zu niedrig ist, und speziell für Wien. Allerdings kann man hier nicht nur die paar Gemeinderätinnen rechnen, sondern, um zu einem richtigen Resultat zu kommen, müssen wir auch die Bezirksrätinnen mitzählen, die in ihrem Wirkungskreis doch eigentlich die Arbeit leisten wie die Gemeinderätinnen in den kleinen Gemeinden. Aber auch dann bleibt es noch eine sehr kleine Ziffer. Eine Ziffer, die entweder uns beschämen oder entmutigen müßte. Wenn wir nun den Gründen nachgehen, so finden wir, daß am Anfang die „bösen Männer“ stehen. Das ist klar, ohne daß ich im allergeringsten eine feministische Hetze anfangen wollte. Darüber sind wir ja schon hinaus. Zweitens aber werden die sogenannten bösen Männer von den bösen Frauen sehr unterstützt. Wir brauchten uns bestimmt nicht zu fürchten, den Kampf um die Geltung innerhalb der Organisation unseren Genossen gegenüber aufzunehmen, wenn wir der Unterstützung unserer Genossinnen sicher sind. Das muß hier im Kreise der Vertrauenspersonen der österreichischen Genossinnen ausgesprochen werden. Aber auch hier nicht etwa im Sinne einer Hetze, die jetzt an alle kleinen Wunden in der Organisation erinnert, sondern wir müssen uns darüber klar werden, daß wir es hier mit einer Kinderkrankheit der Frauenbewegung zu tun haben. Ein weiterer Punkt ist auch die Unterstützung von Funktionärinnen durch die Organisation. Wenn die Genossin Köstler sagt, daß in Steiermark Rundbriefe ausgeschickt werden zur Aufklärung und Erziehung der Genossinnen an exponierter Stelle, so möchte ich sagen, daß vielleicht auch bei uns in Wien es notwendig ist, daß die Genossinnen, die in den höheren Parteifunktionen arbeiten, immer wieder an die Erziehung und Unterstützung der Genossinnen in den kleinen Funktionen denken müssen. Das ist eine sehr notwendige Sache, die ohne jede Kompetenzerweiterung gehen wird. Ich denke zum Beispiel wenn schon nicht an Rundbriefe, so an ähnliche Unterstützung, wie sie zum Beispiel die Männer im „Vertrauensmann“ erhalten. Aber noch
wichtiger wäre die Schulung der kleinen Funktionärin, zum Beispiel ein Blatt, das direkt über das Benehmen in den kleinen Sitzungen, über die Pflichten und Rechte der Funktionärinnen Aufklärung gibt. Wir haben für die Gemeindefunktionäre eine sozialdemokratische Zeitung, die vielleicht im Tone gar zu trocken, gar zu spezialistisch gehalten ist. Ich glaube, daß auch die Wiener Genossen, die sich mit der Redigierung der „Gemeindezeitung“ befassen, das zugeben werden. Ein Hindernis dafür, daß wir nicht genügend Gemeindefunktionärinnen aufbringen, ist auch oft die Familie, und zwar nicht die kleinen Kinder, sondern der eigene Mann. Oft ist es so, daß der Genosse seine vielleicht rückständige Frau der Sozialdemokratie zuführen will. Aber genau so oft können wir vom umgekehrten Falle sprechen, daß die fortgeschrittene Frau plötzlich vom Manne im Stiche gelassen wird, wo es sich darum handelt, nicht theoretisch, sondern praktisch Sozialdemokratin zu sein. Da ist ein Punkt, wo Aufklärung der Männer über die Frauenfrage sehr nützlich wäre. Viele Genossen wissen sehr viel über das Recht der Frau. Aber wie es das Recht der eigenen Frau auf Mußestunden, auf freien Sonntag, auf Hausfrauenurlaub sein soll, davon hören die Genossen sehr ungern. Und ich glaube, wir sollten auch die kleine persönliche Propaganda nicht unterlassen und in Parteikreisen öfter darauf zu sprechen kommen, wie notwendig die Erfüllung dieser Kulturforderungen der Frau ist. (Lebhafter Beifall.)
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Fuente: transcripción a partir de los facsímiles de Die Frau (Viena), año 38, n.º 11 (noviembre de 1929), págs. 18-19, actas resumidas de la 9.ª Conferencia Nacional de Mujeres, en ANNO, Österreichische Nationalbibliothek (ANNOP_abg19291111, imágenes 18 y 19; la pág. 19 se descargó del manifiesto IIIF público el 29-10-2026), en Antiqua; se partió del OCR de la ÖNB y se corrigió sobre las imágenes. Es un extracto: resumen redactado de las actas, en estilo directo, no texto de Aline Furtmüller. Se conserva la puntuación del impreso («Ich denke zum Beispiel wenn schon nicht…»). Los espaciados se dan en cursiva.
Versión breve de la Arbeiter-Zeitung (Viena), n.º 278, 8.10.1929, pág. 4, crónica «Die Frauenreichskonferenz. Rückschau und Ausblick» de la sesión del día anterior (en Fraktur, transcrita sobre la imagen): «— Aline Furtmüller sieht einen bedauerlichen Gegensatz in der noch immer kleinen Zahl weiblicher Funktionärinnen und der ständig wachsenden Frauenorganisationen. Mangelnde Einsicht eines großen Teiles der Männer, mangelnde Zentralschulung der Funktionärinnen und endlich bindende und zurückhaltende Kraft der Familie sind drei Quellen der Erscheinung, die bekämpft werden soll.»