Wiener Gemeinderat.
Sitzung vom 11. Juni.
Der Gemeinderat erledigte heute wieder nach der neuen Geschäftsordnung eine große Zahl von Gegenständen, über die nicht berichtet zu werden brauchte, weil sie vollständig unangefochten waren und sich niemand dazu zum Worte gemeldet hatte. Größere Debatten gab es nur bei dem Referat über die Holzaufbringung und über die Lehrerakademie. Bei dem letzten Gegenstand wagten sich die Christlichsozialen auf das Gebiet der Schulreform, was ihnen eine gründliche Abfuhr durch die sozialdemokratischen Redner Jorde und und Frau Dr. Furtmüller eintrug.
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Hellmann (Sozialdemokrat) berichtet nun über die Abtrennung der niederösterreichischen Landeslehrerakademie vom Pädagogium. […]
Rummelhardt (christl.-soz.) äußert seinen Aerger darüber, daß Dr. Max Adler als Dozent für Gesellschaftslehre an der neuen Anstalt wirke. Dann beschuldigt er die Sozialdemokraten, daß sie Politik in die Elternräte tragen.
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Hierauf spricht der Christlichsoziale Schmitz, der zu dem Gegenstand gar nichts zu sagen weiß und bei der Majorität wiederholt schallende Heiterkeit auslöst, weil er nur allerlei ungereimten Unsinn vorbringt. Ihn fertigt kurz Frau Dr. Furtmüller (Soz.) mit einigen überlegenen Bemerkungen ab; sie belehrt dann auch noch dem Herrn Rummelhardt, daß Dr. Max Adler ein Gelehrter von Weltruf ist. Daß er Dozent an der Lehrerakademie ist, darüber können sich nur Leute wundern, die von seiner wissenschaftlichen Bedeutung keine Ahnung haben und gewohnt sind, die wissenschaftlichen Größen für Lehrerbildungsanstalten unter den Jesuitenpatres zu suchen. Der Antrag wird unverändert angenommen.
Fuente: transcripción a partir del facsímil de la Arbeiter-Zeitung (Viena), n.º 160, 12.6.1920, pág. 6, crónica «Wiener Gemeinderat. Sitzung vom 11. Juni», en ANNO, Österreichische Nationalbibliothek (aid=aze), en Fraktur; se partió del OCR de la ÖNB y se corrigió sobre la imagen. Es un extracto: resumen periodístico en estilo indirecto, no texto de Aline Furtmüller; la crónica no recoge sus «observaciones» sobre Schmitz, solo la réplica a Rummelhardt. Se conservan «Jorde und und Frau Dr. Furtmüller» y «belehrt … dem Herrn Rummelhardt» del impreso. Los espaciados se dan en cursiva. Según el inventario, la Freiheit! del 19.6.1920, pág. 6, trae otra crónica de la sesión, no consultada.