Kurze Bemerkungen über Vernunft, Intelligenz und Schwachsinn
Von Dr. ALFRED ADLER
Gewiß kann man über die Nomenklatur diskutieren, gewiß kann man andere Namen einführen, aber was ich betonen möchte, ist ein grundlegender Unterschied zwischen den beiden Fähigkeiten, der mir immer mehr und mehr aufgefallen ist, zwischen Vernunft und Intelligenz. Die Frage ist natürlich schon von verschiedenen Seiten berührt worden; aber von unserem Standpunkte aus kann man vielleicht eine tiefere Einsicht gewinnen.
Wir haben unter Vernunft eine allgemein gültige Kategorie zu verstehen, die durchaus zusammenhängt mit Gemeinschaftsgefühl. Es scheint notwendig, daß wir diesen Begriff der Vernunft mehr und mehr klären und schärfer fassen. Wir verstehen auch unter Gemeinschaftsgefühl anderes als andere Autoren. Wenn wir sagen, es ist ein Gefühl, so sind wir sicherlich dazu berechtigt. Aber es ist mehr als das, es ist eine Lebensform, es ist eine ganz andere Lebensform als bei einem Menschen, den wir als antisozial bezeichnen. Diese Lebensform ist nicht nur äußerlich zu fassen, ist nicht so zu verstehen, als ob sich hier nur eine angelernte Art des Lebens kundtun würde. Es ist viel mehr. Ich bin nicht in der Lage, es ganz eindeutig zu definieren, aber ich habe bei einem englischen Autor eine Wendung gefunden, die klar zum Ausdruck bringt, was wir zu unserer Erklärung beitragen könnten: „mit den Augen eines anderen zu sehen, mit den Ohren eines anderen zu hören, mit dem Herzen eines anderen zu fühlen.“ Das scheint mir eine vorläufig zulässige Definition von dem zu sein, was wir Gemeinschaftsgefühl nennen, und wir sehen auf den ersten Blick, daß diese Gabe teilweise zusammenfällt mit einer anderen, die wir Identifikation, Einfühlung (Lipps) nennen. Diese Identifikation geschieht immer je nach dem Grade unseres Gemeinschaftsgefühls.
Die Fähigkeit der Identifizierung muß trainiert sein und kann nur trainiert werden, wenn einer im Zusammenhang mit den anderen aufwächst und sich als ein Teil des Ganzen fühlt, wenn er nicht nur die Annehmlichkeiten dieses Lebens als ihm zugehörig empfindet, sondern auch die Unannehmlichkeiten, wenn er sich auf dieser Erde mit allen ihren Vorzügen und Nachteilen heimisch fühlt. Dieses Sichheimischfühlen gehört unmittelbar zum Gemeinschaftsgefühl. Sein Leben auf dieser armen Erdkruste verläuft so, daß er „wie zu Hause“ ist. So erwächst ihm eine ganz bestimmte Lebensform, in der er auch die Widrigkeiten dieses Lebens nicht als ein ihm angetanes Unrecht ansieht. Da sehen wir, wie zum Gemeinschaftsgefühl die Tatsache der Sozietät hinzutritt. Wir werden in dieser Lebensform auch alle anderen Kraftlinien finden, die dazu dienen, die Widrigkeiten des Lebens zu überwinden. Also ein Teil des Ganzen ist Einer, der sich der Gemeinschaft entsprechend und ihr nützlich erweist, und das alles zusammengenommen ist ein Handeln und Betragen, welches wir als „vernünftig“ bezeichnen. Vernünftig ist, was man unter „common sense“ versteht. Nebenbei gesagt, der common sense ist auch nicht unveränderlich, aber es ist der Sinn aller der Ausdrucksformen, der Inhalt allen Verhaltens, welches wir als gemeinschaftsfördernd finden, und in dieser Auffassung kommen wir auch dem Verständnis näher für das, was wir Vernunft nennen.
Wir gelangen so zu dem Schlusse Kants: Vernunft hat Allgemeingültigkeit. Das würde aber auch gleichzeitig heißen, daß wir unter Vernunft alle Handlungen, alles Verhalten, alle Ausdrucksformen begreifen, die abhängig sind von einem Ziel der Überlegenheit, in welchen der Nutzen für die Allgemeinheit zum Ausdruck kommt. Dieses Ziel müßte vorhanden sein. In der Psychotherapie beschäftigen wir uns hauptsächlich mit Menschen, die ein Ziel der persönlichen Überlegenheit haben und auf diesem Wege die Grenzen überschreiten, die im Verlaufe der kulturellen Entwicklung der Menschheit den common sense bedeuten. Wir werden im common sense auch ständig neue Wendungen finden. Ich weiß nicht, ob Sokrates der erste gewesen ist, der einen durchlöcherten Mantel nicht mehr als ein Zeichen der Demut, sondern der Eitelkeit angesehen hat. Aber nehmen wir an, er wäre der erste gewesen, dann hat er den common sense bereichert. Er hat gezeigt, daß ein Ding sein eigenes Gegenteil sein kann, und daß wir den Sinn einer Ausdrucksbewegung erst aus dem Zusammenhang erfassen können. Ich wollte damit zeigen, daß sich der common sense ändern kann. Er ist auch nichts Feststehendes, ist die Summe aller vernunftgemäß und allgemein anerkannten, mit dem Bestand des kulturellen Lebens verknüpften seelischen Bewegungen.
Wir wollen nun übergehen zur Betrachtung des Intellektes, wie wir ihn bei Neurotikern sehen. Der Neurotiker handelt vollkommen richtig. Er handelt so sehr richtig, daß er selbst, wie in der Zwangsneurose, den Unterschied zwischen seiner persönlichen Intelligenz und dem common sense merkt und feststellt. Alles, was er macht, ist „intelligent“. Diese Tatsache der „persönlichen Intelligenz“ muß näher ausgeführt werden. Ein Verbrecher sagte: „Ich habe ihn erschlagen, weil er ein Jude war.“ Es schwebte dem Manne vor, daß er als Christ eine gewisse Überlegenheit besitzt und also über Andersgläubige, z. B. über einen verachteten Juden, frei verfügen kann. Sein Ziel ist, sich der Habe dieses Juden zu bemächtigen. Entsprechend diesem Ziele handelt er. Die „Intelligenz“ wird ihm diesen Weg erleichtern, ihm seinen Ziel näher bringen, wie wir es deutlich bei schwer erziehbaren Kindern sehen. Da sein Ziel zu rauben feststeht, wendet er Argumente an, die ihm dieses Ziel leichter erreichen lassen. Diese Erleichterung tritt auch tatsächlich ein. Ähnlich ein anderer Raubmörder. „Der junge Mann hatte schöne Kleider und ich hatte keine. Deshalb erschlug ich ihn.“ Das ist vollkommen intelligent gedacht und gehandelt. Da er sich nicht zutraut, in der allgemein üblichen Weise, auf der allgemein nützlichen Seite zu Kleidern zu kommen, bleibt ihm tatsächlich zur Erreichung von schönen Kleidern nichts anderes übrig, als sie zu rauben. Dazu muß er den anderen erschlagen. So finden wir bei allen Verbrechern, wie sie durch irgendwelche „intelligenten“ Argumente trachten, sich ihrem Ziele zu nähern. Auch bei den Selbstmördern können wir ähnliches konstatieren, wie sie nach langem Training sich jedes Interesses für das Leben entschlagen, wie sie davon durchdrungen sind, durch ihren Selbstmord die allgemeine Aufmerksamkeit zu erregen und so, wie die Mörder, ein Hochgefühl der Überlegenheit zu haben („Ich habe getan, was nicht jeder tun könnte. Mich hat früher niemand beachtet, aber jetzt . . .“), Herr über Leben und Tod zu sein, rückt sie in Gottes Nähe, wie den Mörder, der über das Leben der anderen verfügt. Er wird immer Argumente finden, die vollkommen „intelligent“ sind; da er sich umbringen will, hat nichts Interesse für ihn. Sie werden immer Argumente finden, mittels deren sie ihr Ziel erreichen, mittels deren sie sich selbst betrügen, selbst vergiften. Diese Argumente sind „intelligent“ in Beziehung zu ihrem Ziel der persönlichen Überlegenheit auf der Seite des Unnützlichen.
Auf diesem Wege dürfte sich eine bedeutsame Unterscheidung zwischen Schwachsinn und normal denkenden Menschen ergeben. Bei ersteren scheinen die obigen „intelligenten“, zum Ziel der Überlegenheit gerichteten Argumente zu fehlen, so daß der Denkwille eine gewisse Respektlosigkeit gegenüber der Logik aufweist. Diese private Intelligenz ist scharf zu unterscheiden von dem, was man Vernunft, common sense, nennen muß. „Intelligenz“ finden wir in beiden Fällen, aber nur die Intelligenz, die mit Gemeinschaftsgefühl verknüpft ist, nennen wir Vernunft. Wenn wir den Alkoholiker betrachten, so finden wir auch bei ihm, wenn nicht Schwachsinn vorliegt, daß er intelligent argumentiert. Das Leben bringt Sorgen. Da gibt es nun Mittel, durch welche man über Schwierigkeiten des Lebens hinwegkommen kann. Diese Handlung ist also intelligent in bezug auf das Ziel, in leichter Weise über die Schwierigkeiten hinwegzukommen, diese Schwierigkeiten nicht zu lösen im Gemeinschaftssinne, sondern in persönlicher Art. Wenn man mit dem Ziel übereinstimmte, würde jeder so handeln wie er.
Bei Perversitäten gilt das gleiche. Wenn ein männlicher Homosexueller — aus Gründen, die wir aus der Individualpsychologie kennen — einen Teil der Menschheit ausschaltet, so wird er das Ziel, das er sich gesetzt hat, mit Logik und Intelligenz zu verfolgen trachten. Er wird immer intelligent urteilen, er wird immer solche Betrachtungen anführen, durch die er sich rechtfertigt. Er hat in der Liebesfrage ein Ziel auf der unnützlichen Seite, aber diesem Ziel entsprechend wird er vollkommen richtig urteilen und handeln. Der Grundgedanke ist der, daß wir scharf zu unterscheiden haben zwischen Vernunft, die allgemeine Gültigkeit hat, die also dem Nutzen der Allgemeinheit entspricht und zwischen der isolierten Intelligenz des Neurotikers („alles oder nichts“, „den Erfolg im Beginn haben wollen“ usw.), kurz also der Intelligenz in den Fehlschlägen, mit denen wir uns immer beschäftigen.
Der Begriff „Identifizierung“ wird verschieden gebraucht, bei Freud anders als in der Individualpsychologie. Wenn ein Kind dem Vater gleich zu werden trachtet, wenn es mit den Augen des Vaters sehen will usw., wenn es ihn „versteht“ und ein nützliches Ziel vor Augen hat, so nennen wir dies Identifizierung. Freud faßt unmerklich diesen Begriff so auf, sich der Rolle eines anderen zu bemächtigen, um zu einem „persönlichen“ Vorteil zu kommen.
Identifizierung ist unumgänglich notwendig, um zu einem Gemeinschaftsleben zu kommen. Mitleid ist ein teilweiser Ausdruck der Identifizierung, letztere eine Seite des Gemeinschaftsgefühls. Wir können nur verstehen, wenn wir identifizieren, so daß Vernunft als eine soziale Fähigkeit erscheint. Wir identifizieren uns mit einem Bilde, indem wir es betrachten, mit allen anderen leblosen Gegenständen, z. B. beim Billardspiel, beim Kegelschieben, wo der Spieler der Kugel nachschaut und jene Bewegung macht, von der er hofft, daß die Kugel sie auch machen wird. Im Theater fühlt und spielt jeder Zuschauer mit. Das ist Identifizierung in unserem Sinne. Nicht etwa die Rolle des Vaters usurpieren usw. Die Einfühlung spielt eine ungeheure Rolle in den Träumen. Ebenso in der Massenpsyche.
Intelligenz ist der weitere Begriff. Diejenige Intelligenz ist Vernunft, in der das Gemeinschaftsgefühl enthalten ist, die sich demnach auf der Seite des allgemein Nützlichen begrenzt.
Auch die Frage des Schwachsinnes kann nun schärfer gefaßt werden. Schwachsinn ist nicht eine niedrigere Form der Intelligenz, sondern eine andere Form des Denkens. Die reine Form des Schwachsinnes steht den Forderungen der Vernunft kalt gegenüber, hält sie höchstens durch Zwang ein. Es fehlt, was beim Vernünftigen und Intelligenten nie vermißt wird, die Ausgestaltung eines Lebensstiles. Der Schwachsinnige hat keinen Lebensstil, seine Lebensformen sind durchaus von dem Verständnis eines Zusammenhanges entfernt. Wir vermissen auch den Respekt vor dem common sense, der bei privater Intelligenz immer noch in Entschuldigungen, Rechtfertigungen, Vergleichen usw. eine Rolle spielt. Er gelangt nicht zur Durchbildung eines Lebensplanes. So können wir bei einem Schwachsinnigen, wenn wir ihn in eine neue Situation versetzen, nicht erraten, was er, abgesehen von mechanisierten Bewegungen, machen wird, weil ihm das planmäßige Vorgehen fehlt. Zur Abtrennung des scheinbaren Schwachsinnes wird man fordern müssen, daß man ein ideales Ziel findet, mit dem man sich identifizieren kann. Mit einem wirklich Schwachsinnigen kann man sich nicht identifizieren. Der Schwachsinnige zeichnet sich durch seine Kälte und Respektlosigkeit gegenüber der Vernunft aus. Er steht nicht unter den Gesetzen des common sense und hat auch nicht die Intelligenz, die sich in einem Ziel der persönlichen Überlegenheit ausspricht. Bei der progressiven Paralyse z. B. wird sich kein intelligenter Lebensstil finden lassen. Doch können Spuren des Gemeinschaftsgefühles immer vorhanden sein. Das Stilgemäße, das Einheitliche eines Lebensstiles auf der nützlichen Seite findet man z. B. bei der Paranoia. Eine ausgesprochen intelligente, aber nicht vernünftige gedankliche Kette findet man bei der Melancholie. Der Patient erlebt in einer Fiktion die Erhöhung seines Persönlichkeitsgefühles. Bei Katatonikern habe ich feststellen können, daß sie die Rolle einer Puppe, eines Toten, eines Helden usw. spielen. In die Gedankenabfolge eines Schwachsinnigen kann man sich nicht einfühlen, sie höchstens von außen her erraten.
Herder, Novalis und Jean Paul haben den Vorgang der Einfühlung gekannt, beschrieben und für wichtig befunden. Später haben Wundt, Volkelt und besonders Lipps die fundamentale Tatsache der Einfühlung für unser Erleben hervorgehoben. Letzterer, Dilthey, Müller-Freienfels u. a. beschrieben den Zusammenhang von Einfühlung und Verstehen. Die Individualpsychologie darf als ihren Befund in Anspruch nehmen, Einfühlung und Verstehen als Tatsachen des Gemeinschaftsgefühles, des Einigseins mit dem All hervorgehoben zu haben. Wir nennen tugendhaft, klug, vernünftig, wertvoll nur, was sich auf der Seite der allgemeinen Nützlichkeit abspielt. Unser Urteil richtet sich auch danach, und jeder Vollsinnige unterscheidet ungefähr nach dem gleichen Einteilungsprinzip. Auch wer sich auf der unnützlichen Seite des Lebens bewegt, als Schwererziehbarer, Neurotiker, Verbrecher, Selbstmörder, Trinker, Perverser usw., wird sich des Unterschiedes bewußt sein, zwischen gut und böse unterscheiden können und sein eigenes Werk gegen die Vernunft und gegen die Tugend zu verteidigen suchen. Er wird aber seinen unnützlichen Weg weiter gehen, solange er sich von seinem idealen Ziel einer persönlichen Überlegenheit, unnützlich für die Allgemeinheit, nicht getrennt hat. Er wird sich davon nur trennen, wenn er mit seiner privaten Intelligenz das Vernunftprinzip begriffen hat. D. h. wenn er das fehlerhafte Prototyp aus seiner Kindheit, sein verstärktes Minderwertigkeitsgefühl, sein Streben nach persönlicher Überlegenheit und die Bedeutung des Gemeinschaftsgefühles für die Entfaltung des Mutes, der Vernunft und des Wertgefühles erkannt hat.
Wir werden demnach bei allen „Problemmenschen“, soweit wir Schwachsinn ausschließen können, finden, daß ihr Ziel des persönlichen Machtstrebens mißraten ist, daß aber alle Teilbewegungen „intelligent“ sind. Sie werden uns als „abnormal“ auffallen, weil sie der „Vernunft“, „die uns alle bindet“, dem common sense widersprechen. Aber sie werden immer richtig in ein Bezugssystem auf der unnützlichen Seite des Lebens eingeordnet sein. Deshalb wird ihnen auch der Grad eines entwickelten Gemeinschaftsgefühles abgehen und der Mut fehlen, der zur Lösung der nützlichen Lebensfragen gehört.
Beispiele:
Ein Kind, das sich durch ein jüngeres Geschwister aus seiner verzärtelnden Situation verdrängt fühlt, wird meist einem Ziele nachstreben, wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu gelangen und wird in kämpferischer Haltung die Ordnung des Hauses stören. Es handelt seinem Ziele nach intelligent, der Forderung der Gemeinschaft gegenüber unvernünftig.
Ein Angstneurotiker, der seine Angst von Kindheit an als Mittel gebraucht hat, einen anderen in seinen Dienst zu ziehen, ihm „die Gesetze seines Handelns vorzuschreiben“, handelt intelligent, aber nicht entsprechend dem common sense.
Ein Mörder, der jemanden um seiner Habe willen erschlägt, dem also der Mut gebricht, auf allgemein nützliche Weise zu Geld zu kommen, handelt seinem Ziele nach, sich auf leichte Weise zu bereichern, intelligent, aber feig und unvernünftig, da der bessere Weg nie ausgeschlossen werden kann.
Ein Selbstmörder, der sich zu schwach fühlt, um seine persönlichen Schwierigkeiten zu überwinden, und daher (in Rachsucht) alles verwirft, um nur dem Gefühl seiner Minderwertigkeit mit einem Ruck zu entrinnen, handelt seinem Ziel nach, durch einen Kunstgriff mit den Schwierigkeiten des Lebens fertig zu werden, intelligent, aber gemeinschaftsschädlich, feig und unvernünftig.
Ein Pervertierter, der nach Ausschaltung der gemeinschaftsfördernden Form, dem schäbigen Rest begeistert huldigt, ist durch diesen Trick den Komplikationen des normalen Liebeslebens entronnen, hat sich davor in intelligenter Weise gesichert, zeigt aber darin weder common sense noch Mut, noch Gemeinschaftsgefühl.
Alkoholiker, Morphinisten usw. haben ihre Auswirkung vor Schwierigkeiten des Lebens in ein intelligentes System gebracht, aber unter Ausschaltung von Mut und Vernunft, die sie durch Betäubung unwirksam machen.
In allen Formen der reinen Psychosen (Schizophrenie, Melancholie, manisch-depressiven Irreseins, Paranoia) findet sich bei tieferer Einsicht ein intelligentes System, aber Ausschaltung der Vernunft.
Die Individualpsychologie ist auch in der Lage, den Schwachsinn dahin zu verstehen, daß in seiner Struktur weder Intelligenz noch Vernunft in nennenswertem Ausmaße zu finden ist.
Siehe auch den Artikel: „Witz und Neurose“ im Jahrgang V dieser Zeitschrift.
Fuente: Internationale Zeitschrift für Individualpsychologie 6 (1928), n.º 4 (julio-agosto), págs. 267-272 (número completo digitalizado en Internet Archive). Transcripción a partir del OCR de archive.org, corregida y cotejada íntegramente con las imágenes de página. Las cursivas reproducen las del impreso. Se respetan las lecturas del original «ihm seinen Ziel näher bringen» y «ihre Auswirkung vor Schwierigkeiten des Lebens» (quizá por «Ausweichung»).