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Title: Junker und Volksschule
Description: Vorwärts. Berliner Volksblatt, 20. Jg., Nr. 67, 20. März 1903, S. 4 (Rubrik „Sociales“). Vorabdruck eines Kapitels aus Otto Rühle, „Die Volksschule, wie sie ist“ (Berlin, Buchhandlung Vorwärts, 1903).
Author: Otto Rühle
URL: https://adler.school/archivo/ruhle/original/1903-03-20%20Junker%20und%20Volksschule
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<!-- S. 4 -->

# Junker und Volksschule.

<!-- Vorbemerkung der Redaktion: -->

In der Broschüre von Otto Rühle: „Die Volksschule, wie sie ist“, Verlag der Buchhandlung Vorwärts, Preis 30 Pf., lesen wir folgendes Kapitel:

Schreckliche Zustände herrschen besonders in Schlesien. Im Oppelner Bezirk erhielten 1897 von 100 Kindern nur 49 unter normalen Klassenverhältnissen ihren Unterricht. 1899 waren für 14507 Schulklassen an öffentlichen Volksschulen nur 10828 Lehrkräfte vorhanden. Von 1116 katholischen Schulen unterrichtete in 599 (51,6 Prozent) ein Lehrer mehr als 80 Schüler (in Preußen sollen 70 Schüler die höchste Anzahl für eine Klasse sein, in Sachsen 60, Holland 48, Norwegen 40). In 252 Schulen kamen 100 und mehr Schüler auf einen Lehrer, und zwar 106 Schulen: 101 bis 110 Kinder auf einen Lehrer, 59: 111 bis 120, 31: 121 bis 130, 23: 131 bis 140, 11: 141 bis 150, 14: 150 bis 170, 7: 171 bis 200 und 1 Schule 209 Kinder. Ueber 5 Schulorte mit 810 Schülern und 5 Lehrern (je 162 Schüler) ist der preußische Fiskus Schulpatron. Ebenso in einem andren Orte, wo 2 Lehrer 366 Kinder unterrichten. In dem Orte Groß-Bock, wo der königliche Hof das Patronat ausübt, entfallen auf einen Lehrer 168 Kinder. Des weiteren sind lehrer- und volksbildungsfreundliche Schulpatrone: Fürst Guido Henckel v. Donnersmarck, freier Standesherr, Mitglied des Herrenhauses und des Staatsrats, einer der reichsten Männer der Monarchie (1 Lehrer 172 Schüler), Fürst Pleß (1 L. 162 Sch.), Graf Hugo Lazy und Arthur Henckel v. Donnersmarck, die reichsten Leute der Provinz (1 L. 162 Sch.), Graf Wengerski (1 L. 162 Sch.), Rittergutsbesitzer Meyer (1 L. 179 Sch.), Landrat a. D. v. Tiele-Winkler (1 L. 178 Sch.), Rittergutsbesitzer Kilmann (1 L. 152 Sch.), v. Teichmann (1 L. 161 Sch.), Graf v. Garnier-Turawa, Herrenhausmitglied (1 L. 192 Sch., 1 L. 168 Sch.), Graf v. Wilczek, Herrenhausmitglied (1 L. 179 Sch.), Baron v. Maltitz-Alt-Rosenberg (1 L. 168 Sch.), Graf Strachwitz (1 L. 188 Sch.), Gräfin Frankenberg (1 L. 178 Sch.) usw. Man sieht, wie die Blüte der Nation aufgeht in der Sorge um das geistige Wohl des Volkes.

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*Fuente:* transcripción a partir del número completo del *Vorwärts. Berliner Volksblatt*, 20. Jg., Nr. 67, 20. März 1903, digitalizado por la Friedrich-Ebert-Stiftung (Historische Presse der deutschen Sozialdemokratie, titleinfo 43067), pág. 4, sección «Sociales». No es un artículo escrito para el periódico, sino la reproducción de un capítulo del folleto de Rühle *Die Volksschule, wie sie ist* (1903; bibliografía OR1903-01), precedida de una línea de la redacción, que se conserva por identificar la pieza. Transcrito desde la imagen (300 ppp); el OCR de la FES solo sirvió de apoyo. Algunas cifras de la impresión, poco nítidas (Garnier-Turawa «168», Wilczek «179»), se han leído con ayuda de los mismos datos en «Der Lehrermangel» (*Die Neue Zeit*, 1903), tomados del discurso de Bebel del 24-11-1902. No se ha cotejado con el folleto (en el material local solo está la 2.ª edición de 1909).
