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Title: Zur Behandlung der Schwangerschaftsbeschwerden
Description: Wiener Medizinische Wochenschrift 62 (1912), Nr. 46 (9. November), Sp. 3040–3050.
Author: Margarete Hilferding
URL: https://adler.school/archivo/hilferding/original/1912-11-09%20Zur%20Behandlung%20der%20Schwangerschaftsbeschwerden
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<!-- Sp. 3040 -->

# Zur Behandlung der Schwangerschaftsbeschwerden.[^0]

Von Dr. Margret Hilferding-Hönigsberg, Wien.

Durch Beobachtung einiger Fälle von Schwangerschaftserbrechen wurde ich vor mehreren Jahren veranlaßt, mich eingehender mit der Frage der Schwangerschaftsbeschwerden zu beschäftigen.

Während die Beschwerden in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft ganz allgemein und zwanglos auf Zirkulationsstörungen zurückgeführt werden, gelten als Ursache für die Beschwerden der ersten Hälfte nervöse Einflüsse, innere Sekretion, Toxinwirkung und ähnliches. Dieser Unklarheit der Ätiologie entspricht eine ebenso große Unsicherheit der Therapie. Die Aussichtslosigkeit der bis jetzt versuchten medikamentösen Behandlung ist so allgemein bekannt, daß Ärzte und Patientinnen in gleicher Weise mäßige oder auch nur erträgliche Schwangerschaftsbeschwerden als notwendiges Übel gelten lassen. Erst in Fällen wirklicher Hyperemesis, wenn der Ernährungszustand der Schwangeren zu leiden beginnt und ihre Beschwerden unerträglich sind, setzt die ärztliche Behandlung ein, die als Ultima ratio die Unterbrechung der Schwangerschaft im Auge behält.

Und welche Mittel sind es, die sich in solchen Fällen immerhin bewähren und, wenn auch nicht sichere Heilung, so doch Erleichterung bringen? *Bettruhe und Milchdiät.* Es sind dieselben Mittel, die wir mit Erfolg auch bei Kompen<!-- Sp. 3041 -->sationsstörungen im Verlaufe von Herz- und Nierenleiden anwenden. Die Erkenntnis dieser Tatsache veranlaßte mich zu dem Versuche, die Beschwerden der ersten Schwangerschaftsmonate mit den gebräuchlichen Herzmitteln zu behandeln.

Ich konnte es um so eher wagen, da ja auch Schwindel und Ohnmachten, die zu den frühesten Schwangerschaftsbeschwerden gehören, darauf hindeuten, daß in den ersten Schwangerschaftsmonaten schon Zirkulationsstörungen vorliegen. Meine ersten Versuche fallen in die Sommermonate 1909 und waren so ermutigend, daß ich diese Therapie an dem mir zur Verfügung stehenden Krankenmaterial systematisch anwendete.

Ich möchte hervorheben, daß sich darunter zumeist schwer arbeitende Frauen, Mütter mehrerer Kinder oder Fabriksarbeiterinnen befinden, bei denen die Verordnung diätetischer Maßnahmen, wie Bettruhe und Milchdiät, von vornherein ausgeschlossen war. Wenn ich auch anfangs bedauerte, mich auf die rein medikamentöse Therapie beschränken zu müssen, so glaube ich doch darin die Gewähr zu finden, daß die Erfolge ausschließlich auf Rechnung der angewendeten Therapie zu setzen sind.

Zur Behandlung kamen im Jahre 1909 15 Fälle, 1910 31 Fälle, 1911 36 Fälle, also insgesamt 82 Fälle. Da 25 Frauen nur einmal in der Ordination erschienen, sind sie aus der Zahl auszuscheiden; ebenso zwei Fälle, in denen die weitere Untersuchung ergab, daß keine Schwangerschaft vorlag, und ein weiterer Fall, welcher die Verordnung nicht einhielt, also nicht zu den behandelten gezählt werden darf. Ich will nicht unerwähnt lassen, daß alle drei Fälle ungeheilt blieben. Von den 82 behandelten Fällen kommen demnach nur 54 in Betracht. In 15 Fällen fanden die Untersuchungen nur im zweiten und dritten Schwangerschaftsmonate statt, während in 39 Fällen das Bestehen der Schwangerschaft im weiteren Verlaufe bestätigt wurde, und zwar durch Eintritt der Geburt in 17 Fällen, durch Eintritt des Abortus in sechs Fällen, durch Nachuntersuchung in späteren Stadien in 16 Fällen.

Die Therapie wurde nicht nur bei schweren Formen angewendet, sondern überall da, wo im Beginne einer bestehenden oder vermuteten Schwangerschaft subjektive Beschwerden in einem Grade bestanden, welche die Patientinnen in ihrer Arbeitsfähigkeit oder ihrem Wohlbefinden erheblich und dauernd beeinträchtigten. Wo keine andere Klage vorlag als gelegentliches Erbrechen ohne weitere Beschwerden, wurden die Patientinnen auf spontane Besserung verwiesen.

Die Therapie mußte mit Rücksicht auf das ambulante Material und das Bestehen der Schwangerschaft eine sehr vorsichtige sein. Üble Wirkungen zeigten sich nie. Ich verwendete anfangs Tinct. strophanthi (5·0—10·0, 3mal tägl. 5—9 gtts.), entweder allein oder mit Tinct. valerianae, Tinct. amara und — bei gleichzeitiger Blutung — mit Extract. fluid. Hydrastidis canadensis. Von Digitalispräparaten wurden anfangs nur Folia Digitalis in Pillen zu 0·01—0·02, tgl. 5 Stück, niemals über 30 Pillen im ganzen gegeben. In vereinzelten Fällen wurde Digipuratum (tgl. 1 Tablette) und Digitalis-Spiritus (Parke, Davis & Co.) mit Erfolg verordnet.

Diese Therapie erfuhr seit Juni 1909 keine wesentliche Änderung. Nur mußte ich den Gebrauch der Tinct. strophanthi seit einem Jahre einschränken, da sie eine abführende Nebenwirkung entfaltete, die zwar von den Patientinnen oft sehr gelobt wurde, manchmal jedoch schon am 2. oder 3. Tage eine Unterbrechung oder Änderung der Behandlung erforderte. Ich verwende jetzt zumeist das Digitalisinfus mit Menthol oder Liquor ammonii anisati als Korrigens (0·50—0·75—1·0 : 200·0, tgl. 5 Eßlöffel) und bin mit der Wirkung zufrieden.

Anfangs verordnete ich bei Magendruck oder Magenschmerzen neben dem Cardiacum ein Speisepulver, das ich der einfacheren Beurteilung halber später ohne Schaden wegließ. Milchdiät und Bettruhe wurden in einem Falle (Fall 4) vor Einleitung der medikamentösen Therapie durch einige Tage, jedoch ohne Erfolg, angewendet. Es war dies ein Fall schwerster Hyperemesis, in dem die Digitalispillen in kürzester <!-- Sp. 3042 -->Zeit (nach 2 oder 3 Tagen) volle Wirkung hatten. In anderen Fällen wurde die auf Bettruhe und Milchdiät bezügliche Verordnung von den Patientinnen nicht eingehalten.

Ich will zuerst über meine Mißerfolge berichten. Es handelt sich um vier Fälle. Im ersten (Fall 16) wurde Tinct. strophanthi ohne Erfolg genommen, eine weitere Behandlung abgelehnt. Die Beschwerden dauerten bis zum Schlusse der Schwangerschaft. Der nächste Fall (Fall 27) zeigte 44 Tage nach der letzten Menstruation eine Blutung ohne Schmerzen, die von der Patientin selbst als der Menstruation analog bezeichnet wurde und es fraglich erscheinen läßt, ob eine Schwangerschaft vorlag. In den letzten beiden Fällen (Fall 23 und Fall 26) fanden sich außer einer Vergrößerung des Uterus keine Schwangerschaftszeichen; beide Fälle kamen nicht mehr zur Untersuchung und die Diagnose muß als unsicher bezeichnet werden.

Anschließend muß ich über einen Fall berichten, der durch die Güte des Herrn Prof. *Sternberg* durch einige Tage an seiner Abteilung beobachtet und in meinem Sinne behandelt wurde. Hier war die Therapie erfolglos. Vielleicht darf ich anführen, daß die Patientin das Spital aufgesucht hatte, um die Einleitung des Abortus zu erlangen; sie hat ihre Absicht nach ihrer Entlassung anderwärts erreicht.

In allen anderen Fällen war die Wirkung eine überraschende. Nach wenigen Tagen schwanden fast alle Beschwerden, und zwar zu allererst das Erbrechen.

Der Zeit nach trat die Wirkung ein: nach 1—3 Tagen in 22 Fällen, nach 3—5 Tagen in 6 Fällen, nach 5—7 Tagen in 5 Fällen, nach 7—9 Tagen in 2 Fällen; ohne Zeitangabe blieben 15 Fälle.

Die Heilung ist in 46 Fällen als eine vollständige zu bezeichnen; in vier Fällen darf ich von einer erheblichen Besserung sprechen. In drei Fällen von Heilung traten nach einigen Wochen die gleichen Beschwerden neuerdings auf und wurden durch die gleiche Medikation rasch zum Verschwinden gebracht.

Zur besseren Übersicht habe ich meine Fälle je nach ihrer Schwere und den hervortretenden Symptomen in drei Gruppen geordnet.

A. Schwindel, Kopfschmerz, Übelkeit, Brechreiz, gelegentliches Erbrechen (gewöhnlich fanden sich 2—3 Symptome zusammen vor). In diese Gruppe fallen 23 Fälle mit 18 Heilungen, 3 Fälle sind gebessert, 2 Fälle ungeheilt.

B. Die gleichen Symptome wie in Gruppe A. mit wiederholtem und täglichem Erbrechen (bis zu viermal täglich). Von 18 hiehergehörigen Fällen wurden 15 geheilt, 2 gebessert, während 1 Fall ungeheilt blieb.

C. Die früheren Symptome mit Erbrechen nach jeder und ohne vorherige Nahrungsaufnahme (5—35mal täglich). 13 Fälle mit 12 Heilungen, 1 Fall blieb ungeheilt (Fall 4, 9, 14, 15, 16, 18, 20, 22, 35, 46, 52, 53, 55).

Die meisten Fälle gehören dem 2. und 3. Schwangerschaftsmonate an.

Eine kurze Übersicht aller 54 Fälle ergibt 46 Heilungen, 4 erhebliche Besserungen, 4 Fälle blieben ungeheilt. Ziehe ich dagegen, um den strengsten Anforderungen der Kritik gerecht zu werden, nur jene 39 Fälle in Betracht, bei denen die Diagnose der Schwangerschaft absolut sichergestellt ist, so ergeben sich als geheilt 35 Fälle, als gebessert 2 Fälle, als ungeheilt 1 Fall.

Ich muß es Berufeneren überlassen, die theoretische Seite der Frage zu erörtern. Meine Annahme, daß Zirkulationsstörungen als Ursache vorliegen, scheint durch die Erfolge einer die Zirkulationsverhältnisse beeinflussenden Therapie bestätigt zu werden. Ich möchte in diesem Sinne auch die beiden schon erwähnten Fälle heranziehen, deren Magenbeschwerden bei fehlender Schwangerschaft durch die Therapie nicht beeinflußt wurden.

Ich glaubte anfangs, durch Blutdruckmessungen (mit dem *Herz*’schen Sphygmomanometer) und durch die physikalische Herzuntersuchung der Frage nach der Ätiologie der Schwangerschaftsbeschwerden nähertreten zu können. Es ist <!-- Sp. 3043 -->mir nicht geglückt, konstante Befunde zu erlangen, die nach einer bestimmten Richtung verwertet werden könnten. Freilich scheint die Ambulanz für solche Untersuchungen nicht günstig zu sei. Drei neuere Arbeiten, die nicht unbestritten geblieben sind, berichten über Erfolge der Organtherapie bei Hyperemesis. Soweit diese Erfolge bestätigt werden, glaube ich sie auf die blutdrucksteigernde Komponente der Organextrakte beziehen zu dürfen. Dafür spricht auch die Verschiedenheit der verwendeten Organpräparate. *Rebaudi*[^1] benützte für seine Versuche Adrenalin, *Chidichimo*[^2] Paraganglin, *Siegmund*[^3] Thyreoidin.

Ob Jod, Diuretin und andere eine ähnliche Wirkung erzielen können, vielleicht gerade da, wo Digitalis und Strophanthus versagen, wird noch zu untersuchen sein.

Weiter scheint es mir einer Prüfung wert, ob die Varikositäten der Schwangeren in dasselbe Gebiet fallen und ob ihre Behandlung im Sinne von Schwangerschafts-Zirkulationsstörungen möglich und aussichtsreich ist.

Wenn auch die Eklampsie, wie *Zangemeister*[^4] mit *Naunyn* und *Schreiber* annimmt, auf Gehirnanämie, also auf einer Zirkulationsstörung beruht, so würde sich hier ein weiteres Anwendungsgebiet für die Therapie mit Herzmitteln ergeben.

Ich schließe mit der Bitte an die Kollegen, die Behandlung der Schwangerschaftsbeschwerden mit Herzmitteln zu versuchen. Sie bietet nach meinen Erfahrungen in schweren Fällen die Möglichkeit, die Einleitung des Abortus zu vermeiden; doch auch die Behebung der Schwangerschaftsbeschwerden geringeren Grades ist eine dankbare therapeutische Aufgabe.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der beobachteten Fälle; kurze Krankengeschichten schließen sich an.

<!-- La tabla anunciada se imprime tras la historia clínica 15, en Sp. 3045–3046. -->

1. — 26. Juni 1909. Letzte Menstruation am 15. April; seit ungefähr vier Wochen Magenbeschwerden. Gravid (3 Monate). Tct. stroph., valer. — 13. November. Schwangerschaft dauert fort, die Magenbeschwerden haben 3—4 Tage nach der Ordination aufgehört.

2. — 5. Juli 1909. Seit Jänner Übelkeiten und Kreuzschmerzen, anfangs mit Erbrechen. Menstruation schwächer als sonst, ziemlich regelmäßig. Anfangs März war von einem Arzte die Diagnose auf Schwangerschaft gestellt worden. L. M. 21. Juni. Da die Menstruation im Juli ausbleibt, wird anfangs August Fol. Digitalis (in Pillen) verordnet. Keine Besserung. Ende August Blutung ohne Schmerzen, nicht stärker als sonst. Pat. wird während der Blutung wiederholt untersucht, keine Anzeichen für Abortus. Magenbeschwerden dauern fort. Diät, Levico-Kur. Nach ungefähr 14 Tagen Aufhören der Magenbeschwerden. Menstruation jetzt regelmäßig (siehe Fall 15).

3. — 26. Juli 1909. L. M. 23. Mai. Seit vier Wochen Übelkeiten und Erbrechen. Uterus vergrößert, weich, retroflektiert, Verfärbung —, Colostr. +. Tct. stroph., valer. — 29. Juli. Erbrechen und Übelkeiten haben aufgehört. Pat. stellt sich einige Monate später mit fortbestehender Gravidität und beschwerdefrei wieder vor.

4. — 16. September 1909. L. M. 7. August. Seit acht Tagen andauernd Übelkeiten, Erbrechen nach jeder Nahrungsaufnahme und bei leerem Magen. Pat. fühlt sich elend, sieht sehr heruntergekommen aus. *Bettruhe bei flacher Lage, eisgekühlte Milch.* 20. September. Befinden unverändert. *Digitalis in Pillen* 50×0·01. 23. September. Seit gestern vollständiges Wohlbefinden, Pat. geht herum; ca. vier Wochen später Spontanabortus.

5. — 18. Oktober 1909. Gravid (2 Monate), Digitalispillen, täglich 5 Stück. 24. Oktober. Keine Besserung. Tct. stroph. (3mal <!-- Sp. 3044 -->gtts. X). — 15. Dezember. Schriftlicher Bericht: Pat. hat nicht alle Tropfen genommen, ihre Magenbeschwerden sind *bedeutend besser* geworden; sie ist gegenwärtig soweit wieder wohl.

6. — 7. Oktober 1909. L. M. 14. August. Seit kurzem Schwindel, Übelkeiten, Magenschmerzen. Gravid (2 Monate) (Vergrößerung +, Verfärbung +). Tonometer 70. *Digitalispillen*, 20×0·01. — 17. Jänner 1910. Pat. berichtet: *Nach zwei Tagen Aufhören aller Beschwerden.* Am 18. Oktober (?) nach Heben eines schweren Kastens Abortus.

7. — 3. Oktober 1909. L. M. anfangs September. Anfrage wegen Schwangerschaft, keine Zeichen. Tonometer 70. — 12. Dezember. Geringe Blutung am 8. und 9. Oktober. Seit kurzem Übelkeit und Brechreiz. Gravid (3 Monate). *Tct. stroph., valer.* — 17. Jänner 1910. Übelkeit und Brechreiz besserten sich erheblich, so daß Pat. um Weihnachten herum beschwerdefrei war. Nur einmal, am Weihnachtstage, bekam sie in der Kirche Übelkeiten. Seit gestern Übelkeit. Sie verlangt wieder die Tropfen.

8. — 26. Oktober 1909. L. M. 25. September. Seither Schwindel. Keine Zeichen von Schwangerschaft. Tonometer r. 125, l. 135. — 7. November. Seit anfangs November Magenschmerzen und Erbrechen. Tonometer r. 100, l. 110. Tct. stroph., valer. Pat. berichtet Mitte Dezember: Nach ungefähr 2—3 Tagen wurde ihr bedeutend besser, sie bekam auch Appetit. Abortus im September.

9. — 7. November 1909. L. M. nicht festzustellen. Pat. erbricht nach jeder Nahrungsaufnahme sowie spontan, hat fortwährend Übelkeiten. Uterus zwei Querfinger über der Symphyse. Tonom. 80—90. Diät, Bettruhe, Tct. stroph., valer., Speisepulver. — Bericht anfangs Dezember: Bettruhe wurde nicht eingehalten, Diät nur teilweise, die Tropfen fast ganz genommen. Das Erbrechen hat aufgehört, Pat. hat fast keine Übelkeiten. Die Schwangerschaft besteht bis zum Ende.

10. — 22. November 1909. L. M. Ende September. Pat. kommt wegen eines seit drei Wochen bestehenden Magenleidens zur Behandlung; sie habe sich an Speck verdorben. Erbrechen, Kopfschmerzen, Übelkeiten. Coitus negiert. Col. —. Gynäkologisch nicht untersucht. Tonom. 90, 110. *Diät.* — 24. November. Keine Besserung. Tct. valer., stroph. — 28. November. Seit zwei Tagen keine Magenbeschwerden, kein Erbrechen. Tonom. 90, 90. Pat. verlangt die gynäkologische Untersuchung. Verfärbung +, Col. —. Gravid (2 Monate).

11. — Anfangs Dezember 1909. Gravid (3 Monate). Während der ersten Schwangerschaft Übelkeiten bis zur halben Zeit. Jetzt andauernd Übelkeiten, kein Erbrechen. *Digitalispillen* tgl. 9×0·01. — Nach ungefähr acht Tagen Aufhören der Übelkeiten, die sich nicht mehr einstellen.

12. — 29. November 1909. L. M. 6. Oktober. Coitus vor sechs Wochen. Klage über Appetitlosigkeit. Tct. amar. — 3. Dezember. Übelkeiten, Brechreiz. Tonom. l. 100, r. 110. Uterus vergrößert, *Hegar* +, *Piskaček* +. Brüste angeblich stärker geworden. *Tct. stroph., valer.* — 15. Dezember. Beschwerdefrei bis zum Eintritt des Abortus im 4. Monat.

13. — 20. Dezember 1909. L. M. 23. Oktober. Seit einigen Tagen Übelkeiten und Magendruck. Nicht untersucht. *Tct. valer., stroph.* — 22. Dezember. Keine Magenbeschwerden. Beschwerdefrei bis zum Schlusse der Schwangerschaft.

14. — 25. Dezember 1909. L. M. vor sieben Wochen. Erbrechen nach jeder Nahrungsaufnahme. Sehr viel Übelkeiten. Gravid (2 Monate). *Tct. stroph., valer.* — Späterer Bericht: Nach einigen Tagen sind Übelkeit und Erbrechen geschwunden. Wohlbefinden bis zur Entbindung.

15. — 2. Jänner 1910. L. M. 25. November, Coitus 5. Dezember. Seit 22. Dezember Magenbeschwerden (Appetitlosigkeit, Übelkeit, Brechreiz); seit einigen Tagen Erbrechen mehrmals täglich. Keine Verordnung. — 13. Jänner. Zustand unverändert. Tct. stroph. — 15. Jänner. Pat. hat heute nicht erbrochen. — 17. Jänner. Wiederholtes Erbrechen. Digitalispillen, 12 Stück tgl. 5×0·01. — 22. Jänner. Seit 18. Jänner kein Erbrechen. Übelkeiten bestehen fort, etwas blutig-schleimiger Ausfluß. Hydrastis. — 25. Jänner. Geringe Blutung bis gestern. Kein Erbrechen mehr. Übelkeiten und Brechreiz. Tct. stroph. + Tct. amar. — 29. Jänner. Übelkeit und Brechreiz vermindert. — 5. Februar. Seit 5—6 Tagen völliges Wohlbefinden, das bis zum Partus anhält.

<!-- Sp. 3045–3046: la tabla ocupa la página entera, a dos columnas. -->

| | Name | Alter in Jahren | Anamnese | Schwangerschaftsdauer in Lunarmonaten | Gruppe | Therapie | Erfolg | Eintritt der Wirkung in Tagen | Kontrolle | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Josefine K. | 22 | | 3 | A | Tct. stroph. + Tct. valer. | + | 3—4 | Partus | |
| 2 | Marie Hr. | 17 | Nullipara | 2 | B | detto | + | 3 | Nachuntersuchg. | |
| 3 | Marie H. | 32 | 2 Partus, Kinder tot | ? | B | Digitalispillen | — | | — | Siehe Fall 15 |
| 4 | Marie D. | 21 | Nullipara | 2 | C | detto | + | 3 | Abortus | ohne Erfolg vorbehandelt |
| 5 | Marie N. | 18 | detto | 2 | A | Digitalispillen + Tct. stroph. | +? | | | |
| 6 | Anna Hr. | 19 | 1 Partus vor 3 Mon. | 2 | A | Digitalispillen | + | 2 | Abortus | |
| 7 | Rosalia H. | 26 | | 3 | A | Tct. stroph. + Tct. valer. | + | | Nachuntersuchg. | im 4. u. 5. Mon. behandelt |
| 8 | Anna Th. | 19 | Nullipara | 2 | B | detto | +? | 2—3 | Abortus | |
| 9 | Therese O. | | 3 Partus | 4 | C | detto | + | | Partus | |
| 10 | Therese Tr. | 21 | Nullipara | 2 | B | detto | + | 2 | | Vorbehandlung erfolglos |
| 11 | Angela P. | | 1 Partus | 3 | A | Digitalispillen | + | ca. 8 | Partus | |
| 12 | Christine Dr. | 19 | Nullipara | 2 | A | Tct. stroph. + Tct. valer. | + | 5 | Abortus | |
| 13 | Elisabeth Chm. | 19 | detto | 2 | A | detto | + | 2 | Partus | |
| 14 | Albine Mr. | 24 | 1 Partus, 1 Frühgeburt | 2 | C | detto | + | | detto | |
| 15 | Marie H. | | | 2 | C | Tct. stroph. + Tct. valer., Digitalispillen | + | 5 | detto | siehe Fall 3 |
| 16 | Elsa V. | 28 | Nullipara | 2 | C | Tct. stroph. + Tct. valer. | — | | detto | weitere Behandlung nicht durchführbar |
| 17 | Louise Th. | 28 | 3 Partus, frühere Schwangerschaften brechfrei | 1½ | B | | | | Frühgeburt | Therapie nicht durchgeführt |
| 18 | Albine Str. | 33 | 2 Partus, 2 Abortus | 2½ | C | Tct. stroph. | + | 2 | Abortus | |
| 19 | Leopold. Kl. | 27 | letzter Part. vor 6 Jahr. | 4 | B | detto | + | | Nachuntersuchg. | Vorbehandlung erfolglos |
| 20 | Adelheid Sch. | | Nullipara | 3 | C | Tct. stroph. + Tct. valer. | + | 2 | Partus | im 3. u. 6. Mon. behandelt |
| 21 | Elisabeth C. | 22 | | 2 | A | Tct. stroph. | + | | detto | Vitium cordis |
| 22 | Franziska Sch. | 36 | 2 Partus, letzter Partus vor 15 Jahren | 2 | C | detto | + | 8 | | |
| 23 | Rosine Schm. | 41 | 6 Partus, letzter Partus vor 10 Jahren | ? | A | detto | — | | | |
| 24 | Anna H. | | Nullipara | 2 | A | detto | + | | Nachuntersuchg. | |
| 25 | Gisela M. | 32 | 5 Partus | 2 | A | detto | + | 7 | | Retroflexio uteri |
| 26 | Marie L. | 38 | 3 Partus, 3 Abortus | 3? | A | Tct. stroph. + Digitalispillen | — | | | |
| 27 | Elisabeth B. | 29 | 3 Partus | 2 | B | Tct. stroph. | — | | | Descensio und Varikosität |
| 28 | Anna B. | 34 | | ? | A | detto | + | 6 | | seit 3 Jahren Retroflexio |
| 29 | Marie B. | 21 | | 2 | B | detto | + | 4 | | Pat. steht wegen Fluor in Behandlung |
| 30 | Marie Pf. | 26 | 2 Partus | 3 | B | Tct. stroph. + Extr. fluid. Hydr. canadens. | + | | Partus | |
| 31 | Therese J. | 19 | Nullipara | 4 | B | | + | | Nachuntersuchg. | |
| 32 | Olga W. | 23 | detto | 3 | A | Tct. stroph. + Tct. amar. | + | 5—6 | Partus | Vorbehandlung erfolglos |
| 33 | Hermine Kl. | 28 | 1 Partus, 1 Abortus | 3 | B | Tct. stroph. + Digit.-Spiritus | + | 5 | Abortus | |
| 34 | Anna M. | | 1 Part., 1 Frühgb., 1 Ab. | 3 | B | Infus. fol. Digit. | + | 2 | | Vorbehandlung erfolglos |
| 35 | Leopoldine M. | 31 | | 7 | C | detto | + | 2 | Nachuntersuchg. | 2. Schwangerschaftshälfte |
| 36 | Hermine B. | 30 | Nullipara | 6 | A | detto | + | | detto | 2. Schwangerschaftsh., Kopfschmerz als Hauptbeschw. |
| 37 | Emilie Kr. | 19 | detto | 4 | B | detto | + | | Partus | |
| 38 | Leopoldine F. | 28 | 9 Partus | ? | A | detto | | | — | Amenorrhoe |
| 39 | Julie O. | 36 | Nullipara | 3 | B | Inf. fol. Digit. + Tct. stroph. | +? | 3 | Partus | Vorbehandlung erfolglos, Zwillingsschwangerschaft |
| 40 | Franziska B. | 19 | detto | 6 | B | Tct. stroph. | + | | detto | 2. Schwangerschaftshälfte |
| 41 | Therese D. | 20 | | 1½ | A | detto | + | 2 | | |
| 42 | Ida B. | 30 | Nullipara | 3 | A | detto | + | 4 | Nachuntersuchg. | im 4. u. 5. Mon. behandelt |
| 43 | Therese M. | 24 | detto | 6 | B | Digipuratum | + | | Partus | |
| 44 | H. Br. | | 2 Partus | 3 | B | Tct. stroph. | + | 6—7 | Nachuntersuchg. | |
| 45 | Marie Sl. | 33 | | 1½ | A | Infus. fol. Digit. | +? | 3 | | |
| 46 | Anna D. | 24 | | 1½ | C | detto | + | | Partus | |
| 47 | Franziska Str. | 24 | | 2½ | B | Tct. stroph. + Tct. valer. | + | 2 | Nachuntersuchg. | |
| 48 | Rosa Sl. | 27 | | 3 | A | detto | + | | | |
| 49 | Marie Sch. | 18 | Nullipara | ? | B | Tct. stroph. | + | 2 | | |
| 50 | Leopoldine N. | 24 | 2 Abortus | 2 | A | Infus. fol. Digit. | + | | Nachuntersuchg. | |
| 51 | Marie M. | 23 | | 5 | A | detto | + | 6 | detto | |
| 52 | Anna P. | 25 | Nullipara | 4 | C | Tct. stroph. | + | 2 | detto | |
| 53 | Marie K. | 34 | 2 Partus, 1 Abortus | 2 | C | Infus. fol. Digit. | + | 2 | detto | |
| 54 | Anna S. | 19 | Nullipara | 2 | A | Tct. stroph. | + | 2 | | |
| 55 | Anna S. | 24 | 2 Partus | 4 | C | Infus. fol. Digit. | + | 1—2 | Nachuntersuchg. | Vorbehandlung erfolglos |
| 56 | Mizzi N. | | Nullipara | ? | B | detto | + | | Partus | |
| 57 | Anna G. | | detto | 3 | A | Tct. stroph. | + | 2—3 | Nachuntersuchg. | |

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16. — 15. Jänner 1910. L. M. Ende November. Übelkeiten, Erbrechen; nicht untersucht. Tct. stroph., valer. — 20. Jänner. Pat. glaubt, sich etwas wohler zu fühlen. Nach einigen Tagen gleicher Zustand. — 29. Jänner. Es wurde neuerdings Tct. stroph. ohne Erfolg genommen. Weitere Behandlung abgelehnt. Die Beschwerden halten bis zum Schlusse der Schwangerschaft an.

17. — 3. Febr. 1910. Frühere Schwangerschaften ohne Beschwerden. L. M. 18. Dezember. Am 28. Jänner geringe Blutung, Magenbeschwerden und Erbrechen. Tct. stroph., valer. — Bericht: Pat. hat die Tropfen nur einmal eingenommen und darauf erbrochen. Die Magenbeschwerden wurden später besser. Frühgeburt mit sechs Monaten.

18. — 13. März 1910. L. M. 1. Jänner. Seither Husten und Blässe, Übelkeiten, seit einigen Tagen Erbrechen, 5—6mal täglich. Tct. stroph. — 15. März. Kein Erbrechen, Übelkeiten bestehen fort. Tct. stroph. — 25. April. Pat. hat nach dem Waschen Krämpfe und geringen schleimig-blutigen Ausfluß. Sie gibt an, daß nach der zweiten Verordnung auch die Übelkeiten geschwunden sind. — 28. April. Abortus, febril (Spital).

19. — 10. April 1910. L. M. 12. Jänner. Blutung am 9. April. Schmerzen seit ca. 14 Tagen. Ausfluß. Uterus in Mittelstellung, etwas vergrößert, sonst kein Schwangerschaftszeichen. — 6. Juni. Eintägige Blutung (Zeit nicht angegeben). Seit 14 Tagen Übelkeiten und Erbrechen. *Magenpulver.* — Einige Tage später: Befinden unverändert. *Tct. stroph.* — 6. November. Bericht: Pat. hat eine Flasche Tropfen genommen. Erbrechen und Übelkeiten haben ganz aufgehört. Pat. war gleich sehr zufrieden mit den Tropfen. Im August geringe Blutung. Schwangerschaft besteht.

20. — 30. April 1910. L. M. 6. Februar. Am 13. März eintägige Blutung. Seit ungefähr zwei Monaten Schwindel, Übelkeiten, Erbrechen (in den letzten Tagen 4—5mal täglich). Nicht untersucht. *Tct. stroph., valer.* — 3. Mai. Pat. nimmt die Tropfen seit 1. Mai. Schwindel und Erbrechen heute nicht mehr vorhanden. — 7. Juni. Pat. hat seit einigen Tagen wieder erbrochen, aber nicht so oft wie früher. *Tct. stroph.* — 9. Juni. Kein Erbrechen mehr, mitunter Übelkeiten. Schwangerschaft besteht bis zum Partus.

21. — 1. Mai 1910. L. M. 24. März. Uterus sehr klein, anteflektiert. Kein Zeichen. Magenbeschwerden. Tonom. r. 90, l. 85. *Tct. stroph.* — 12. September. Gravid (6 Monate). Oedem der großen Labien und unteren Extremitäten. Pat. hatte keine Magenbeschwerden mehr.

22. — 1. Mai 1910. L. M. 8. März. Seit acht Tagen Erbrechen nach jeder Nahrungsaufnahme, Übelkeiten, Schwindel, Tonom. r. 100, l. 100. Verfärbung —, Col. —, Pulsation —, *Hegar* +, *Piskaček* +. *Tct. stroph.* — 8. Mai. Pat. hatte vormittags Übelkeiten; seit 1. Mai zweimal Schleim erbrochen. Speisen werden vertragen. Die Tropfen wurden seit 4. Mai wegen Ekel nicht mehr genommen. — 9. Mai. Weder Übelkeit, noch Erbrechen.

23. — 27. Juni 1910. L. M.? *Hegar* —, keine Auflockerung. Verfärbung —, Col. +. Uterus in der Größe einer zirka dreimonatigen Schwangerschaft entsprechend. *Tct. stroph.* — Nach einigen Tagen keine Besserung.

24. — 27. Juni 1910. L. M. vor fünf Wochen. Erbrechen und Übelkeiten. *Tct. stroph.* — 29. Juni. Keine Besserung. — 12. August. Bericht: Nach kurzer Zeit Aufhören aller Magenbeschwerden.

25. — 11. Juli 1910. L. M. 15. Mai. Schwäche, Müdigkeit, Magenschmerzen, Übelkeit. Uterus vergrößert, weich, retroflektiert. Tct. stroph. — 14. Juli. Übelkeiten bedeutend geringer. — 18. Juli. Gestern und heute keine Übelkeiten.

26. — 14. Juli 1910. L. M. 5. Mai. Übelkeiten, Brechreiz, Speichelfluß. Uterus vergrößert, sehr derb. Digitalispillen. — 19. Juli. Keine Besserung. *Tct. stroph.* Milchdiät, Bettruhe, Magenpulver ohne Erfolg. Nach ca. drei Wochen Uterus unverändert, keine Schwangerschaftszeichen.

27. — Ende Mai 1910. L. M. 19. April. Seit längerer Zeit Erbrechen und Übelkeiten. *Tct. stroph.* — 29. Mai. Magenbeschwerden unverändert. — 10. Juni. Menstruation angeblich <!-- Sp. 3048 -->wie sonst am 2. Juni ohne Schmerzen eingetreten. Keine Zeichen eines stattgehabten Abortus. Seither ist Pat. regelmäßig menstruiert.

28. — 4. August 1910. Anfrage wegen Gravidität. — 12. August. Seither Übelkeiten und Brechreiz. Gravidität. Retroflexio. *Tct. stroph.* — 17. August. Übelkeiten und Brechreiz geschwunden, seit gestern geringe Blutung.

29. — 13. August 1910. L. M. 26. Juni. Pat. steht wegen Fluor in Behandlung. Seit 14 Tagen Übelkeiten und Erbrechen. Gravid (2 Monate). *Tct. stroph.* — 17. August. Keine Besserung. — 19. August. Übelkeiten geringer, seit vorgestern nicht erbrochen. — 22. August. Kein Erbrechen, sehr selten Übelkeiten.

30. — 22. August 1910. L. M. im Mai. Seit 23. Juni stets Abgang von Blutwasser. Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen Uterus vergrößert, ca. zweimonat. Gravid. Verfärbung +. Geringe Blutung. Tct. stroph. + Hydrast. — 8. Oktober. Erbrechen und Übelkeit bald nach Einnehmen der Tropfen ganz verschwunden. Blutung dauert bis zum Ende der Schwangerschaft. Partus.

31. — 30. August 1910. L. M. 4. Mai. Seit drei Monaten Übelkeiten und Erbrechen. Gravid (4 Monate). *Tct. stroph., amar.* — 1. November. Pat. hat die Tropfen fast eine Woche genommen, hat weder Erbrechen noch Übelkeiten mehr gehabt, ist deshalb nicht mehr zur Ordination gekommen. Die Schwangerschaft besteht fort.

32. — 2. September 1910. L. M. vor drei Monaten. Coitus negiert; nicht untersucht. Seit kurzem Übelkeiten, Appetitlosigkeit, Obstipation. *Tct. stroph., Pulv. Liquir.* — 6. September. Pat. hat nur das Pulver genommen, Befinden unverändert. *Tct. stroph.* — 20. September. Pat. hat die Tropfen bis 11. oder 12. September genommen. Seit mehr als einer Woche keine Magenbeschwerden. Pat. hat wieder Appetit. Da von anderer Seite Schwangerschaft konstatiert worden ist, verlangt Pat. die Untersuchung. Gravid (4 Monate). Partus am normalen Ende.

33. — 5. Oktober 1910. L. M. 3. Juli. Am 28. August geringe Blutung. Seit 14 Tagen Übelkeiten und viel Erbrechen. Uterus anteflektiert. Gravid (2 Monate). *Tct. stroph.* — 8. Oktober Heftige Diarrhoen, keine Besserung der Magenbeschwerden. Statt Tct. stroph. Digitalisspiritus (P., D. & Co.), tgl. 3×6 Tropfen. — 10. Oktober. Erbrechen hat aufgehört, manchmal Übelkeiten. — 21. Oktober. Fieberhafter Abortus.

34. — 12. Oktober 1910. L. M. 1. August. Seit gestern Blutung, seit kurzem Übelkeiten, 1—2mal täglich Erbrechen. *Hydrastis.* — 21. Mai. Blutung hat aufgehört. Magenbeschwerden unverändert. *Infus. fol. Digit.* 1·0 : 200·0 (tgl. 4 Eßl.). — 22. Oktober. Geringe Blutung. — 24. Oktober. Seit zwei Tagen nicht erbrochen. — 28. Oktober. Pat. befindet sich vollkommen wohl.

35. — 25. Oktober 1910. L. M. 30. März. Seither Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeiten, Erbrechen 4—5mal täglich. Gravid (7 Monate). Inf. fol. Digit. 0·75 : 200·0. — 27. Oktober. Kein Erbrechen, Übelkeit und Kopfschmerz geringer. — 29. Oktober. Pat. befindet sich wohl, hat Hunger. Einmal täglich leichte Übelkeiten. Kein Erbrechen.

36. — 2. November 1910. L. M. vor 5 Monaten. Seither Schmerzen im Bauche. Sehr heftiger Kopfschmerz, seit kurzem geschwollene Beine, Pat. ist etwas cyanotisch, klagt über furchtbaren Kopfschmerz. Cor normal.. Albumen —. Oedem der Unterschenkel. Uterus etwas über Nabelhöhe, Hydramnion. Kindesbewegungen nicht nachweisbar. Bettruhe, Infus. fol. Digitalis 1·0 : 200·0. — 5. November. Oedeme fast verschwunden. Kein Kopfschmerz. Albumen. —.

37. — 29. Oktober 1910. L. M. vor 4 Monaten. Seit 3 Monaten Übelkeiten, häufiges Erbrechen (früher sehr oft, jetzt ungefähr dreimal tägl.). Pat. glaubt, an Würmern zu leiden. Col. +, Verfärbung +. Uterus vergrößert, ca. 3½ Monate *Inf. fol. Digit.* — 20. November. 1911. Pat. kommt wegen Heiserkeit in die Ordination. Sie gibt an, daß sie nach drei Tagen nicht mehr erbrochen, auch keine Übelkeit mehr gehabt habe. Sie sagt, auf die Medizin ist alles direkt wie verschwunden. Partus am 1. Mai 1911.

38. — 8. November 1910. L. M. vor 3 Monaten: vor sechs Wochen Blutung (Menses?), jetzt Übelkeiten und Schwindel. <!-- Sp. 3049 -->

*Infus. fol. Digit.* — 10. November. Keine Besserung: nicht untersucht. — 16. Jänner 1911. Noch nicht menstruiert. Keine Zeichen von Gravidität. Hier ist der Beginn einer länger dauernden Amenorrhoe.

39. — 19. Jänner 1911. L. M. vor ca. 2½ Monaten. Schmerzen im Kreuz und Bauche, Übelkeiten, Appetitlosigkeit, sehr häufiges Erbrechen. Von dem früheren Arzte wurde die übliche Therapie ohne Erfolg angewendet, dann die Einleitung des Abortus vorgeschlagen. Pat. will sich dazu nicht entschließen, befragt mich auf Rat ihrer Schwägerin (Fall 9). Gravid (3 Monate). Infus. fol. Digit. 0·75 : 200·0. — 21. Jänner. Pat. hat ungefähr die halbe Flasche eingenommen. Kein Erbrechen, keine Übelkeiten. — 28. Jänner. Pat. erbricht täglich einmal. Da sie die Medizin nicht mehr nehmen will (sie sagt, der Anisgeschmack widerstehe ihr), wird Tct. stroph., valer. verordnet. — Pat. fühlt sich nun leidlich wohl, erbricht nur selten. Schmerzen im Kreuz und Bauch bis zum Ende der Schwangerschaft (Gemini mit 8 Mon.).

40. — 21. Febr. 1911. Gravid (6 Monate). Bis vor 14 Tagen ohne Magenbeschwerden oder andere Störung; seither Erbrechen und Übelkeiten. *Tct. stroph.* — 28. Februar. Kein Erbrechen, keine Übelkeiten seit einigen Tagen. Völliges Wohlbefinden bis zum Ende der Schwangerschaft.

41. — 7. März 1911. L. M. 3. Februar, schwächer als sonst. Übelkeiten. *Tct. stroph.* — 9. März. Seit gestern keine Übelkeiten. Blutung und Schmerzen. Alles geschlossen.

42. — 24. März 1911. L. M. 24. Dezember. Appetitlos, Übelkeiten, besonders Abends. Gravid (3 Monate). *Tct. stroph.* — 28. März. Beschwerdefrei. — 25. April. Pat. verlangt neuerdings Tropfen, da sie wieder Übelkeiten hat. *Tct. stroph.* — 28. August. Seither ohne Beschwerden. Schwangerschaft bis zum Schlusse.

43. — 22. März 1911. L. M. anfangs Oktober oder November (sehr schwach). Uterus in Nabelhöhe. Seit einiger Zeit Übelkeit und Erbrechen. *Digipuratum 6 Tabl., tgl. 1 Stück.* — Oktober 1911. Bis zu Schlusse der Schwangerschaft keine Magenbeschwerden, die bald nach Einnahme der Tabletten verschwanden. Erst während der Geburt (10. August) hat Pat. wiederholt erbrochen.

44. — 4. Mai 1911. L. M. 21. März. Gravid? — 16. Mai. Übelkeit, Erbrechen. Pat. verlangt die Einleitung des Abortus. *Tct. stroph.* — Pat. hat die ersten Tage unregelmäßig eingenommen (1—2mal, später erst dreimal täglich). Nach 6—7 Tagen weder Übelkeit, noch Erbrechen. Schwangerschaft besteht fort.

45. — 3. Mai 1911. Seit kurzem Übelkeiten und Magendruck (Magenbeschwerden bestehen seit dem Winter). L. M. 26. März. *Speisepulver.* — 6. Mai. Uterus etwas vergrößert. *Hegar* +, Kontrakt. +. Inf. fol. Digit. — 9. Mai. Magendrücken und Übelkeit sehr gering.

46. — 8. Mai 1911. L. M. 6. April. Seit mehr als einer Woche Übelkeiten und Erbrechen, täglich 8—9mal. *Inf. fol. Digital.* — Nov. 1911. Die Übelkeiten und das Erbrechen haben nach Einnehmen der Medizin aufgehört. Bis zur Entbindung (8 Mon.) bestanden keine Beschwerden mehr.

47. — 9. Mai 1911. Pat. kommt wegen schmerzhafter Hämorrhoiden. Ein Knoten ist durch heißen Dampf verbrüht. L. M. 1. April. — 12. Juni. Übelkeiten und Erbrechen seit 14 Tagen. *Tct. stroph., valer.* — 14. Juni. Gestern und heute nicht erbrochen: sehr wenig Übelkeiten. Pat. kann wieder arbeiten. — 27. Juni. Gravid (3 Monate). — 14. September. Seither ohne Beschwerden. Schwangerschaft besteht fort.

48. — 24. Juni 1911. Seit vier Wochen andauernd Übelkeiten. L. M. 2. April. Tct. stroph., valer. — 2. Juli. Keine Übelkeiten. Uterus vergrößert, weich, ca. 3 Mon. Verfärbung +, Col. +.

49. — 26. Juni 1911. L. M. vor 2 Mon. (Coitus angeblich vor 4 Mon.). Col. —. Erbrechen und Übelkeiten. Tct. stroph. tgl. 3×6 Tropfen. — 28. Juni. Übelkeiten gering, Erbrechen hat ganz aufgehört; seit zwei Tagen Nasenbluten und Kopfschmerz.

50. — 23. Juni 1911. L. M. 20. Mai. — 14. Juli. Übelkeit und Brechreiz seit 3 Wochen. Inf. fol. Digit. Sehr rascher Erfolg. Schwangerschaft besteht fort.

51. — 1. September 1911. Andauernd Übelkeiten. Gravid (6 Monate). *Infus. fol. Digit.* — 4. September. Seit gestern <!-- Sp. 3050 -->Besserung. — 7. September. Seit gestern völlig beschwerdefrei. Pat. hat deshalb die Medizin nicht zu Ende genommen.

52. — 23. August 1911. L. M. 10. Mai. Pat. hat seit Mitte Juni erbrochen, anfangs täglich des Morgens, seit anfangs August mindestens 2—3mal täglich, in den letzten Tagen 7—8mal. Tct. stroph. tgl. 3×7 Tropfen. — 31. Oktober. Pat. hat die Tropfen durch ungefähr 14 Tage genommen, sie hat nicht alle verbraucht; am 23. und 24. August hat sie noch erbrochen, seit 25. August nicht mehr. Schwangerschaft besteht fort.

53. — 5. Sept. 1911. Frühere Schwangerschaften ohne Beschwerden. L. M. 10. Juli. Pat. hat seit anfangs September Schwindel, Übelkeiten und Erbrechen bei Tag und Nacht, ungefähr 3—5mal täglich. *Inf. fol. Digit.* — 25. September. Pat. war nach zwei Tagen beschwerdefrei. Sie hat trotzdem die Medizin bis zu Ende genommen. Seither weder Übelkeiten noch Erbrechen. Gravid (2 Monate). — 10. September. Keine Beschwerden. — 31. Oktober. Keinerlei Magenbeschwerden. Gravid (4 Monate).

54. — 25. September 1910. L. M. 16. August. Seit einiger Zeit Übelkeit, Schwindel, mitunter Erbrechen (gestern, vor vier Tagen); nicht untersucht. Col. [¿—?]. *Tct. stroph.* — 27. September. Kein Erbrechen, Schwindel. geringer. Diarrhoen. Tgl. 3×3 Tropfen. — 28. Oktober. Die Pat. hat alle Tropfen genommen. Die Diarrhoen haben so lange angedauert. Übelkeit, Schwindel und Erbrechen sind seither nicht wieder aufgetreten. Col. +. Gravid (3 Monate).

55. — 9. Oktober 1911. Erste Schwangerschaft vor sechs Jahren mit Übelkeit und etwas Erbrechen. Zweite Schwangerschaft vor einem Jahre mit viel Übelkeiten, Erbrechen, täglich 7—8mal und mehr. L. M. 17. Juni. Seit sechs Wochen Übelkeiten, Erbrechen nach fast jeder Nahrungsaufnahme und bei leerem Magen. Pat. erbricht täglich 6—8mal, gestern 35mal, heute schon mindestens achtmal. Anfangs September wurde (von anderer Seite) *Resorcin* ohne Erfolg gegeben. Inf. fol. Digit. 1·0 : 200·0. — 2. Oktober. Gestern und heute kein Erbrechen, heute auch keine Übelkeiten. — 28. Oktober. Pat. hat nicht mehr erbrochen, ab und zu besteht etwas Brechreiz.

56. — 15. Dezember 1910. L. M. Mitte November. Seit 14 Tagen Übelkeiten, häufig Erbrechen: nicht untersucht. *Infus. fol. Digit.* — 20. Dezember. Kein Erbrechen, hie und da Übelkeiten.

57. — 11. Juni 1911. L. M. 14. März. Seit 5—6 Wochen Atembeschwerden, Beklemmung, Erbrechen. Gravid (3 Monate). *Tct. stroph., valer.* — 14. Juni. Sehr bald bedeutende Besserung: seit gestern Diarrhoen. Medikation ausgesetzt. — 5. Oktober. Pat. war seither vollkommen beschwerdefrei. Gravid (7 Monate).

[^0]: Vortrag, gehalten in der Gesellschaft für innere Medizin in Wien.
[^1]: *Rebaudi*: Die Hyperemesis der Schwangeren und die Adrenalinbehandlung. Gazz. degli osped. 1909, Nr. 113.
[^2]: *Chidichimo*: Paraganglin beim Erbrechen Schwangerer. Estratto degli annali et ostetricia e ginecologia. Milano, Cogliati, typogr. editore.
[^3]: *Siegmund* (Wilmersdorf): Das Schwangerschaftserbrechen heilbar durch Thyreoidin. Zentralbl. f. Gynäk. 1910, Nr. 42.
[^4]: Beitrag zur Auffassung und Behandlung der Eklampsie. Deutsche Med. Wochenschr. 1911, Nr. 41.

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*Fuente:* Wiener Medizinische Wochenschrift 62 (1912), Nr. 46, 9.11.1912, Sp. 3040–3050, según el facsímil de ANNO, Österreichische Nationalbibliothek (http://data.onb.ac.at/ANNOP/wmw19120003, imágenes 1520–1525); transcrito y cotejado con la imagen de página, con el OCR de la ÖNB como base (corregidas, entre otras, las cifras «1909» y «16 Fällen» de la Sp. 3041). Firmado «Dr. Margret Hilferding-Hönigsberg, Wien». Es la versión completa de la demostración del 30.11.1911 en la Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde (resumida en la Medizinische Klinik del 10.12.1911). La tabla (Sp. 3045–3046) y las historias clínicas 16-57 (Sp. 3047–3050, hasta el final del artículo) se transcribieron directamente de la imagen, con el OCR de la ÖNB solo de apoyo; en el caso 54, un signo casi borrado tras «Col.» se da como conjetura. La tabla numera 57 casos (el texto habla de 54 computables) y su fila 3 («Siehe Fall 15») corresponde por el contenido a la historia clínica 2, y la fila 2 a la 3. Se conservan además las fechas incoherentes del original («21. Mai» en el caso 34; «2. Oktober» tras el 9 de octubre en el caso 55; «10. September» tras el 25 en el caso 53) y la abreviatura «P., D. & Co.» (Parke, Davis & Co.). Se conservan las erratas del original («zu sei»). Los signos +/— de los hallazgos reproducen los del original; los decimales llevan punto alto, como en el impreso. Las cursivas reproducen el espaciado del original. Los comentarios `Sp. n` del código marcan el comienzo de cada columna impresa.
