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Title: Die œsterreichischen Hochschulen nach Hitler
Description: Der sozialistische Kampf / La lutte socialiste (Paris), 1940, Nr. 6, 23. März 1940, S. 134-136
Author: Carl Furtmüller («Karl Schratt»)
URL: https://adler.school/archivo/furtmuller/original/1940-03-23%20Die%20%C5%93sterreichischen%20Hochschulen%20nach%20Hitler
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<!-- S. 134 -->

<!-- Oben auf S. 134 steht das Ende der ungezeichneten Glosse «Lehrer in Uniform»; sie wird nicht transkribiert. -->

KARL SCHRATT:

# Die œsterreichischen Hochschulen nach Hitler

Die österreichischen Hochschulen brauchte der Nationalsozialismus nicht zu erobern, sie waren seine Wiege. Die Art, wie Schönerer in den Achtziger- und Neunziger-Jahren des vorigen Jahrhunderts den bis dahin politisch unverbindlichen Nationalismus der österreichischen Studentenschaft umgeformt hatte, trug schon alle wesentlichen Züge des künftigen Nazismus: das Bekenntnis zum Alldeutschtum, einen unklaren kleinbürgerlichen Antikapitalismus, den Rassenantisemitismus, das Kokettieren mit dem germanischen Heidentum; die gewollte Rüpelhaftigkeit der Sprache und die Brutalität, für die der Raufhandel die normale Form der Auseinandersetzung mit dem Gegner war; nicht zuletzt das zynische Prinzip der Tarnung, das jeden dieser nationalen Helden als loyalen Staatsbürger und korrekten Reserveoffizier auftreten liess, wenn die Bekundung seiner Gesinnung persönliche Nachteile für ihn herbeigeführt hätte. In Zusammenarbeit mit dem ihnen nahestehenden Teil der Professorenschaft — gleichfalls sorgfältig getarnt als brave Staatsbeamte und Träger von Orden und Auszeichnungen — haben diese alldeutschen Studenten, obwohl eine Minderheit der Hörerschaft, die österreichischen Hochschulen jahrzehntelang beherrscht, die Mehrheit der Studentenschaft unter Terror gehalten und sie nicht nur vom öffentlichen Leben der Hochschulen auszuschalten gesucht, sondern sie durch ihre Herrschaft über die grosse Mehrzahl der Fachvereine und ihren Vorsprung in den persönlichen Beziehungen zu den Dozenten auch in ihrer wissenschaftlichen Arbeit schwer zu hemmen gewusst.

Die Zeit der Republik hat an diesen Verhältnissen nichts Wesentliches geändert. Die katholischen Studentenverbindungen freilich — der regierenden Partei als Pflanzstätte eines politisch ergebenen Beamtentums unentbehrlich und von ihr mit aller Energie gefördert — wurden nach dem bewährten Prinzip der Tarnung nunmehr als Bundesgenossen anerkannt. Um so wuchtiger richtete sich der Prügelkomment gegen Juden und gegen das neue Element, das jetzt an den Hochschulen um stärkere Geltung rang: gegen die Sozialisten. Dies wäre freilich nicht möglich gewesen ohne einen entscheidenden Fehler der sozialdemokratischen Partei. Nicht dass man die grosse Bedeutung des akademischen Nachwuchses verkannt hätte, aber man beugte sich in heute kaum mehr begreiflicher Verblendung vor dem unklaren Schlagwort der „akademischen Freiheit“, das praktisch zweierlei bedeutete: erstens, dass zu einer Zeit, in der die Aufmärsche der Hunderttausende ein Bild von der gewaltigen Kraft der Wiener Arbeiterschaft gaben, die Nazi in den Hochschulgebäuden die sozialistischen Studenten verprügeln durften ohne von der Polizei gestört zu werden. Zweitens, dass die Professorenkollegien unter dem Titel der Autonomie das Recht hatten, jeden des Sozialismus verdächtigen Gelehrten nicht nur von der Professur, sondern selbst von der bescheidensten Privatdozentur auszuschliessen. So blieben die österreichischen Hochschulen ein Stützpunkt der Reaktion und wurden zum Kristallisationskern der Gegenrevolution. Auch die nachrepublikanische Zeit hat an den Hochschulverhältnissen kaum die Fassade zu ändern vermocht. Die Professoren fanden sich in ihrer grossen Mehrzahl zur Tarnung bereit und in der Studentenschaft war der Nazismus so fest verankert, dass die von der Regierung eingesetzten Sachwalter für studentische Angelegenheiten, also ausgesprochene Kampforgane gegen den Nazismus, sich nicht anders zu helfen wussten, als dass sie von gewissen studentischen Einrichtungen und Veranstaltungen die Nichtarier ausschlossen. In der Studentenschaft hatte also der Hitlerismus selbst in der „Verbotszeit“ kaum eine Tarnung nötig.

Man kann sich nun vorstellen, in welchem Zustand wir diese Hochschulen beim Niederbruch der Hitlerherrschaft antreffen werden, wenn über den so vorbereiteten Boden noch einige Jahre schrankenlosen Naziregimes hinweggegangen sein werden. Aus diesen Stätten, wo sich Stechschritt und Pseudowissenschaft zu der abstossendsten aller Formen der Barbarei vermengt haben, Einrichtungen zu machen oder vielmehr an ihre Stelle Einrichtungen zu setzen, die den Aufgaben dienen können, die der demokratische Sozialismus der wissenschaftlichen Lehre und Forschung stellt, ist wahrhaft eine gigantische Aufgabe.

Wir haben sicherlich kein Verständnis für eine Wissenschaft, die sich einer vermeintlichen Voraussetzungslosigkeit rühmt und mit einer verlogenen Raum- und Zeitlosigkeit brüstet. Unsere Hochschulen werden sich bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit und bei ihrer Lehre bewusst sein müssen, dass sie

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einem demokratischen Gemeinwesen und dem sozialistischen Aufbau zu dienen und für die werdende neue Gesellschaft die geeigneten Forscher und Lehrer, die leitenden Beamten und Techniker, die Aerzte heranzubilden haben. Diese Gesichtspunkte werden bei der Zusammenstellung der Lehrkörper und auch bei der Auswahl der Hörerschaft massgebend sein. Dies einmal gegeben, wollen wir der wissenschaftlichen Forschung und Lehre ihre Freiheit lassen und auch den Studierenden in keine fest vorgeschriebene Bahn zwängen, sondern ihm die Zeit lassen, in einigen Jahren des Tastens sich einen gesicherten wissenschaftlichen Standpunkt zu erarbeiten. Nach Universitäten eines offiziellen Marxismus, der dann über einen offiziellen Leninismus zu einem offiziellen Stalinismus führt, haben wir kein Verlangen. Aber noch weniger werden wir freilich zugeben können, dass die Hochschulen neuerdings ein Schlupfwinkel werden, von wo aus der kaum geschlagene Feind nach kurzer Atempause den Kampf aufs Neue aufnehmen kann. Daraus folgt, dass wir auf diesem gefährlichen Boden keinen Schritt werden tun dürfen, ohne für ausreichende politische Sicherungen gesorgt zu haben. Vor diesem Gebot der politischen Sicherheit werden zuächst alle anderen gesellschaftlichen und geistigen Interessen, die wir an den Hochschulen wahrzunehmen haben, trotz ihrer Wichtigkeit zurücktreten.

Davon also, dass man nach Auswechslung einiger Persönlichkeiten und Aenderung einiger Reglements den Betrieb einfach weiterführen könnte, kann gar keine Rede sein. Im Gegenteil, zunächst wird es gelten, die wertvollen Einrichtungen der Hochschulen, ihre Bibliotheken, Laboratorien usw. gegen Sabotageakte zu sichern, den Betrieb aber, soweit ununterbrochene Weiterführung nicht unerlässlich ist, wie insbesondere bei den Unversitätskliniken, zunächst stillzulegen. Die Wiederaufnahme wird nicht mit einem Schlage erfolgen können, sondern schrittweise, immer dort, wo die Voraussetzungen erfüllt sind.

Bei der Erneuerung der Lehrkörper wird es zunächst gelten, die Männer zu finden, die die führenden Vertreter des neuen Geistes und seine mitreissenden Verkünder sein sollen. Die Gesellschaftswissenschaft und die Oekonomie werden hier im Vordergrund stehen, die Geschichte als politische, als Wirtschafts- und als Geistesgeschichte und die Philosophie werden sich anschliessen. Die ideologische Hauptarbeit wird sich also naturgemäss auf die juridischen und philosophischen Fakultäten, falls man diese Organisationsformen beibehält, konzentrieren. Aber Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaft werden an allen Hochschulen gelehrt werden und für alle Hörer verbindlich sein müssen, weil es nicht angeht, dass diejenigen, die zu verantwortungsvollen und führenden Aufgaben in der Gesellschaft bestimmt sind, wie bisher infolge ihrer völligen Unkenntnis auf diesen Gebieten jeder noch so stumpfsinnigen Agitation zum Opfer fallen können. Aber darüber hinaus wird man in der Heilkunde, in der Hygiene, in der Architektur, in der Agronomie, wird man in allen Fachgebieten neben den eigentlichen Fachvertretern oder in ihrer Reihe Männer brauchen, die es verstehen, die Beziehungen der besonderen Probleme ihres Faches zu den grossen Aufgaben der Gesellschaft aufzuzeigen und so der fachlichen Arbeit die Orientierung auf das Allgemeine zu geben. Der Personenkreis, der zur Erfüllung dieser Aufgaben nötig ist, wird nicht so umfangreich sein müssen, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, weil ja ein tüchtiger akademischer Lehrer viele Hunderte von Studenten zu führen vermag. Trotzdem wird es ungeheuer schwer sein, die Geeigneten zu finden, da man ja gerade in den Kreisen, aus denen bisher die akademischen Lehrer geholt wurden, nicht wird suchen können. Noch dazu werden in der Regel der Männer, auf die der Blick zuerst fallen wird, auch grosse politische oder technische Aufgaben harren. Es wird also gelten, in der Personenfrage die grösste Oekonomie walten zu lassen und die Geeigneten und Verfügbaren unter Umständen an mehreren Punkten zugleich einzusetzen. Selbstverständlich müssen die umständlichen Formalitäten eines Habilitationsverfahrens zunächst wegfallen und man wird nur danach fragen, ob der Betreffende für die ihm zugedachte Spezialaufgabe geeignet ist. Da freilich wird man die Sache nicht leicht nehmen können; insbesondere kann keine Rede davon sein, bei der Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaft oberflächliche Propaganda an die Stelle wissenschaftlichen Ernstes zu setzen.

Für alle Lehraufgaben, die in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit sozialen und Weltanschauungsfragen stehen, wird man tüchtige Fachleute ohne Rücksicht auf ihre politische Meinung heranziehen können und man wird es tun müssen, will man nicht empfindliche Lücken an Stellen des Hochschulbetriebes offen lassen. Unbedingte Voraussetzung dabei ist freilich, dass sie sich streng auf ihre fachliche Aufgabe beschränken und sich jeder direkten oder indirekten Beeinflussung ihrer Hörer enthalten; das führt zum Problem der politischen Kontrolle. Unter dieser Voraussetzung wird man auch unter Umständen Professoren und Dozenten, die während der Naziherrschaft auf ihren Posten belassen wurden, weiterverwenden können, wenn sie unter Hitler sich auf passives Geschehenlassen beschränkt haben und von ihnen ein korrektes und loyales Verhalten zu erwarten ist. Unbedingt ausgeschlossen muss selbstverständlich bleiben, wer bei der Hitlerei positiv mitgetan hat. Daran werden auch plötzliche Erleuchtungen und Bekehrungen nichts ändern können, die gar nicht so selten sein dürften; ist doch die Kunst der Tarnung durch generationenlange Uebung geradezu ein Rassenmerkmal des deutsch-nationalen Akademikers geworden.

Tausendmal schwieriger noch als die Frage der akademischen Lehrer ist aber die der Studierenden. Ueber ein halbes Jahrhundert lang war die Haltung der ungeheuren Mehrheit der österreichischen Studentenschaft, mochte auch die politische Einkleidung verschieden sein, einheitlich charakterisiert durch kleinbürgerliches Ressentiment und halbgelehrten Dünkel gegenüber der Arbeiterschaft. Auf diesen Nährboden nun hat der Nationalsozialismus die SS-Psychologie gepflanzt und einen Typus erzeugt, demgegenüber der alte Couleurstudent noch ein Vorbild vornehmer Gesinnung und humanistischer Bildung war. Und auf der anderen Seite können wir uns beim Studierenden nicht wie beim Lehrer eines Spezialfaches mit blosser politischer Passivität und Zurückhaltung begnügen. Die Leute, die wir unter so schwierigen Umständen zu Aerzten, Lehrern, Ingenieuren, leitenden Beamten ausbilden, dürfen nicht bloss zum Schweigen gebrachte Gegner oder kaltherzige Neutrale sein. Sie sollen ja an den neuen grossen Aufgaben

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positiv, mit Hingabe und Begeisterung mitwirken. Nun steht sicherlich zu hoffen, dass der Zusammenbruch des Hitlerismus mit einem gewaltigen Umschwung der Haltung gerade der Jugend verbunden sein wird. Aber nach dem eben Gesagten ist es nur zu wahrscheinlich, dass gerade die akademische Jugend von einem solchen Umschwung am wenigsten berührt werden wird. Und es ist auch nicht von vornherein ausgemacht, dass der Abfall von Hitler und die Enttäuschung über ihn jeden zu uns oder in unsere Nähe führen muss. Gerade die Hochschulatmosphäre könnte leicht zur Flucht in ein noch übersteigertes Gewaltprogramm der Rache und Gegenrevolution verlocken. Auch am Ende des Weltkriegs hat es ja Leute gegeben, denen der Krieg zu weich geführt worden war. Und nicht jeder, der ein Lippenbekenntnis gegen Hitler und für den Sozialismus abzulegen bereit ist, wird uns als bekehrt gelten können, sondern man wird genau prüfen müssen, wo man es mit gutem Glauben, wo mit nordischer List zu tun hat. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird also zunächst an die Stelle der einstigen Ueberfüllung der Hochschulen ein Mangel an geeigneten Studierenden treten und es wird uns zunächst schwierig erscheinen, den Nachwuchs für die Berufe, zu denen der Weg über die Hochschulen führt, sicherzustellen. Die Abhilfe werden wir in doppelter Richtung suchen müssen: wir werden die Zahl der „Akademiker“, die im Leben der Gesellschaft gebraucht werden, vermindern und wir werden den Zugang zu den Hochschulen Personen und Schichten eröffnen, die bisher von ihnen ausgeschlossen waren. Die nähere Betrachtung des ersten Auswegs gehört nicht zu unserem unmittelbaren Thema. Am stärksten ergibt sich diese Möglichkeit der „Ersparung“ von Akademikern in der öffentlichen Verwaltung durch Heranziehung des Laienelements; denn der Ersatz durch technische Mittelschüler und sonstige Fachschüler in Technik und Verwaltung muss politisch nicht immer eine Erleichterung bringen.

Bei der Aenderung der Zulassungsbedingungen wird es sich nicht gleich um eine endgültige Neuregelung handeln, sondern darum, den unmittelbaren Notwendigkeiten gerecht zu werden. Ueberall dort, wo mit Rücksicht auf den bestehenden oder vorauszusehenden Bedarf die Errichtung eines bestimmten Lehrgangs geboten erscheint, es aber an einer genügenden Zahl sachlich und politisch geeigneter „ordentlicher“ Hörer mangelt, wird man untersuchen müssen, wie man unter den schon im Beruf stehenden Männern und Frauen solche herausfinden kann, die sich für eine vertiefte fachliche Ausbildung eignen. Die Bedingungen werden sich immer dem gegebenen Fall anpassen müssen. Im allgemeinen wird man sagen können, dass die ausgesprochen fachliche Begabung eine weitaus wichtigere Rolle spielen wird als die „allgemeine Bildung“, obzwar auch diese als unentbehrliche Voraussetzung für wissenschaftliche Arbeit nicht wird ausser Acht bleiben können. Die Lehrgänge werden dann den besonderen Bedürfnissen einer solchen Hörerschaft angepasst werden und unter Umständen technische Voraussetzungen, die sonst schon mitgebracht wurden, erst selbst schaffen müssen. Dass sich unter den jungen Proletariern — wohl nicht unter den ganz jungen, denn wer nicht schon vor der Hitlerzeit einen Grundstock allgemeiner und politischer Bildung erworben hat, wird kaum in Betracht kommen — genug finden werden, die für eine solche wissenschaftliche Ausbildung geeignet sind, kann nach den Erfahrungen mit unserer Arbeiterhochschule nicht zweifelhaft sein.

Wir sehen also, dass von einer gleichzeitigen Wiederaufnahme des gesamten Hochschulbetriebs nicht die Rede sein kann. Gewiss werden wir der reinen Forschung und theoretischen Lehre auf allen Gebieten jede mögliche Förderung angedeihen lassen, um das namentlich im letzten Jahrzehnt so tief gesunkene Niveau unserer Hochschulen wieder zu heben. Aber in jedem Einzelfalle wird eben erst die Frage zu beantworten sein, ob, was Lehrer, wissenschaftliche Arbeiter und Hörer betrifft, die nötigen Voraussetzungen vorhanden sind. Hat man eine Spezialität erst an einer Stelle in Gang gebracht, dann wird für sie auch in wenigen Jahren ein ausreichender Nachwuchs an wissenschaftlichen Arbeitern, Assistenten und bald auch von akademischen Lehrern herangezogen werden können. Die Lehrgänge, die unmittelbar zur Uebernahme praktischer gesellschaftlicher Aufgaben vorbereiten sollen, werden natürlich, mögen auch noch so grosse Schwierigkeiten zu überwinden sein, so eingerichtet werden müssen, dass im Zeitpunkt des Bedarfs die nötige Zahl ausgebildeter Fachleute zur Verfügung steht. Das wird in manchen Fällen zunächst die Folge haben, dass die Ausbildung Lücken aufweisen wird; aber wenn man sich erinnert, dass in der ersten Nachkriegszeit in manchen akademischen Berufen der beste Teil der Vor- und Ausbildung durch ein Militärpapier ersetzt werden konnte, so wird man bei den von uns ausgewählten Leuten, deren intellektuelle und moralische Eignung ja geprüft sein wird, damit rechnen können, dass sie sich die Ausfüllung der Lücken selbst angelegen sein lassen; auch wird man sie sobald als möglich durch Schaffung von Fortbildungseinrichtungen darin unterstützen. Sicherlich wird die ununterbrochene lebendige Fühlungnahme der Hochschulen, die so herbeigeführt wird, den Hochschulen selbst sehr zugute kommen und sie vor dem Traditionalismus und der Weltfremdheit, an der sie bisher krankten, bewahren helfen.

Wir alle sind überzeugt, dass aus dem Bündnis der Wissenschaft und der Arbeiter eine neue Welt entstehen soll. Bisher aber waren die österreichischen und deutschen Hochschulen Jahrzehnte lang Todfeinde der Arbeiterschaft und damit auch Feinde einer ihrer gesellschaftlichen Aufgaben bewussten Wissenschaft. Wir werden dafür sorgen müssen, dass künftig an ihnen die Baumeister herangebildet werden, die auf sicherem Fels das Gebäude der Zukunft erbauen helfen.

<!-- Es folgen auf S. 136 Verlagsanzeigen («Senden Sie uns Adressen…», «Einbände für Jahrgang 1939…») und auf S. 137 der Artikel von Max Cohen-Reuss; nicht transkribiert. -->

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*Fuente:* transcripción a partir del facsímil de *Der sozialistische Kampf / La lutte socialiste* (París, «Begründet von Otto Bauer»), n.º 6, 23 de marzo de 1940, págs. 134-136, en ANNO, Österreichische Nationalbibliothek (aid=dsk, 19400323; imágenes 14-16, más la portada con el sumario), hecha desde la imagen con el OCR de la ÖNB como apoyo. Firmado «Karl Schratt», seudónimo de Carl Furtmüller en el exilio de París (según la bibliografía de psyalpha, Zaufarek 2010). Se respeta la ortografía del impreso (ss por ß, Ae/Oe/Ue en mayúscula, «œ» en el título) y sus erratas («zuächst», «Unversitätskliniken»). Los comentarios `S. n` marcan el comienzo de cada página impresa.
