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Title: Schlußwort
Description: In: Alfred Adler und Carl Furtmüller (Hg.), Heilen und Bilden. Ärztlich-pädagogische Arbeiten des Vereins für Individualpsychologie, München, Ernst Reinhardt, 1914, S. 399 [unpaginiert]
Author: Alfred Adler
URL: https://adler.school/archivo/adler/original/1914%20Schlu%C3%9Fwort
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<!-- S. 399 -->

# Schlußwort.

Was wir in diesem Bande einem geneigten und geschulten Leser vorlegen, ist nicht mehr als das Ergebnis eines Jahrzehnts, auf dem Boden der Individualpsychologie erarbeitet. Die Größe des Arbeitsgebietes zeigt sich in der Fülle der Probleme. Deren Auswahl scheint uns durch unseren Standpunkt und durch die Forderung des Tages gegeben. Die stattliche Anzahl unserer Mitarbeiter erklärt sich aus dem unabweislichen Bedürfnis, Ärzte und Erzieher auf einem gemeinsamen Arbeitsgebiet zu sammeln.

Die Einheitlichkeit unserer Grundanschauungen, kraft deren wir den Anspruch einer selbständigen Forschung und Weltanschauung vertreten, liegt in dieser Sammlung ebenso klar zutage als in der Arbeit „Über den nervösen Charakter“ (Wiesbaden, Bergmann 1912) und in den „Schriften“ (München, E. Reinhardt). Kleine Änderungen in einzelnen älteren Arbeiten dieser Sammlung erwiesen sich als notwendig durch die Fortschritte unserer Wissenschaft.

Wissenschaft und Praxis der Kindererziehung sind nur bei gemeinsamer Tätigkeit wachstumsfähig. Was die bisher vorliegenden Arbeiten unserer Richtung zusammenhält und verbindet, ist die empirisch gewonnene Grundanschauung von der richtunggebenden Zielsetzung im kindlichen Seelenleben, derzufolge alle Phänomene einer planvollen Linie des Lebens entsprechen. Individualpsychologie ist für uns jenes künstlerische Bestreben, das uns instand setzt, alle Ausdrucksbewegungen im Zusammenhange eines einheitlichen Werdens anzuschauen. Und so ergibt sich für die Praxis der Erziehung als wichtigste Voraussetzung: durch Aufhellung des unerkannten Lebensplanes und Revision desselben den Sinn für die Wirklichkeit zu schärfen und krankhafte, unsoziale Ausartungen durch Änderung des selbstgeschaffenen Systems zu beseitigen.

Der vorliegende Band darf wohl als ein bescheidenes Abbild dieser Bestrebungen an die Aufmerksamkeit der Berufenen appellieren.

Dr. *Alfred Adler*.

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*Fuente:* Alfred Adler, «Schlußwort», en Alfred Adler y Carl Furtmüller (eds.), *Heilen und Bilden. Ärztlich-pädagogische Arbeiten des Vereins für Individualpsychologie*, München, Ernst Reinhardt, 1914, pág. 399 (sin numerar; última página del libro, pág. 411 del PDF); transcripción a partir del ejemplar digitalizado publicado en Internet Archive (fichero local `1914/1914_Heilen-und-Bilden_Adler-Furtmueller-Hg__archive.pdf`), con OCR propio (Tesseract) cotejado con el OCR de archive.org y corregido sobre la imagen. El inventario da «S. 399-400»: el texto ocupa una sola página; la siguiente es ya publicidad del editor. La firma va espaciada en el original. El comentario `S. n` marca el comienzo de la página impresa.
