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Title: Brief an Hans Vaihinger (5. Juni 1912)
Description: Maschinenschriftlicher Brief mit eigenhändiger Unterschrift und Datierung, Wien, 5. Juni 1912. 1 Doppelblatt, 2 beschriebene Seiten, Briefkopf «Dr. med. Alfred Adler, Ordination für Nervenkrankheiten». Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Nachlass Hans Vaihinger, Aut. XXI, 1c-2 (Digitale Sammlungen, Public Domain Mark). Ungedruckt.
Author: Alfred Adler
URL: https://adler.school/archivo/adler/original/1912-06-05%20Brief%20an%20Hans%20Vaihinger
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<!-- Bl. 1r. Briefkopf: «Dr. med. ALFRED ADLER / Ordination für Nervenkrankheiten / 2–3 Uhr. / Telephon 17062. — WIEN / I., Dominikanerbastei 10.» Oben links Bibliotheksstempel und Signatur «Autogr. XXI, 1: c, Nr. 2». -->

Sehr geehrter Herr Professor!

Ihre freundlichen Zeilen haben mich sehr erfreut, und ich empfand es besonders peinlich, Ihrer grossen Liebenswürdigkeit gegenüber mein Versprechen noch nicht einlösen zu können. Mein Verleger, Bergmann in Wiesbaden, kommt seit Fertigstellung des Buches, also seit 2 Monaten, nicht vom Fleck. Ich erwarte also das Buch nach wie vor in einigen Tagen. Gleichzeitig werde ich dann die auf Ihr imposantes Werk bezüglichen Stellen für den Prospekt anmerken. Ferner habe ich vor, eine Besprechung in einer pädagogischen Zeitschrift und, wie Sie mit Recht beanspruchen müssen, in einem psychiatrischen Organ erscheinen zu lassen. Beide bekommen Sie für den Prospekt.

Früher als mein Buch wird Furtmüllers „Psychoanalyse und Ethik“ an Sie gelangen, das Buch eines meiner Anhänger, der sich auch auf Sie bezieht, wenngleich er einige Grade kühler urteilt, was aber bei noch näherer Bekanntschaft weichen wird. Die schöne Arbeit Professor Jerusalems war uns nicht entgangen. Im Namen unseres Vereines danke ich Ihnen

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für deren Uebersendung. Ich hoffe, dass wir Ihnen unsere Arbeiten auch weiterhin übersenden dürfen, als demjenigen ~~Ph~~ Philosophen, der unser Verständnis für das ALS-OB des gesunden und kranken Seelenlebens zu grösserer Klarheit gebracht hat.

Indem ich auch für die Arbeit das Gymnasium betreffend herzlichst danke, – ich habe sie bereits an unsere Fachpädagogen weiter gegeben, – möchte ich mir den Hinweis gestatten, dass auch diese Arbeit recht wohl für ein Werk der letzten Tage genommen werden muss, ebenso wie Ihr letztes Werk.

Mit vielem Dank

Ihr ergebener

Adler.

Wien, am 5/VI 1912.

<!-- Bl. 1v und 2v leer. Die Datierung «Wien, am 5/VI 1912» und die Unterschrift sind eigenhändig. Offensichtliche Tippfehler des Typoskripts sind stillschweigend berichtigt (z. B. «einenmpsychiatrischen Organerscheiben» → «einem psychiatrischen Organ erscheinen»). -->

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*Quelle:* Transkription nach den Digitalisaten der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Nachlass Hans Vaihinger, Aut. XXI, 1c-2: [brema.suub.uni-bremen.de/nachlaesse/content/titleinfo/3587854](https://brema.suub.uni-bremen.de/nachlaesse/content/titleinfo/3587854) (Public Domain Mark 1.0). Ungedruckt. Zeichen der Transkription: ~~…~~ gestrichen.
