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Title: Das Manifest der Geistigen und wie es gewirkt hat
Description: Wiener Allgemeine Zeitung, Dienstag, 26. April 1927, S. 5. Umfrage der Zeitung unter Unterzeichnern der „Kundgebung des geistigen Wien“ nach der Wahl vom 24. April 1927; hier der Vorspann und die Äußerung Alfred Adlers gegenüber einem Mitarbeiter des Blattes.
Author: Alfred Adler
URL: https://adler.school/archivo/adler/entrevistas/original/1927-04-26%20Das%20Manifest%20der%20Geistigen%20und%20wie%20es%20gewirkt%20hat
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<!-- S. 5 -->

# Das Manifest der Geistigen und wie es gewirkt hat

## Die Intellektuellen über das Wahlergebnis

Die „Kundgebung des geistigen Wiens“, in der die führenden Köpfe des geistigen Wiens sich offen für die große soziale und kulturelle Leistung der Gemeinde Wien bekannt haben, hat, als sie vor Wochenfrist veröffentlicht wurde, einen großen Widerhall im Publikum gefunden. Leidenschaftliche Stimmen für und gegen dieses Bekenntnis des geistigen Wiens wurden laut. Die Wirkung aber, die die Kundgebung auf die Intelligenzkreise der Wiener Bevölkerung geübt hat, hat sich nunmehr erwiesen. Gerade in jenen Bezirken Wiens, welche die Wohnstätte der Intelligenzberufe sind, haben einen Wahlsieg der Sozialdemokraten gebracht. Es ist dies unbedingt ein Erfolg dieser Kundgebung. Wir haben uns heute daher an eine Reihe prominenter Männer gewendet, die sich mit ihrer Unterschrift unter den Männern der Kundgebung befinden, um ihre Ansicht über die Wirksamkeit ihres Aufrufes zu hören.

### Der bekannte Individualpsychologe Dr. Alfred Adler

äußerte sich unserem Mitarbeiter gegenüber folgendermaßen:

*Der hervorstechendste Zug in dem auch von mir unterzeichneten Aufruf war, die Aufmerksamkeit auf die unbestritten guten Seiten und Leistungen der Wiener Gemeinde zu lenken.* Wir Wiener stehen in gutem Ruf, weil man uns zumutet, daß wir neidlos und mit freundlicher Anerkenung das Gute schätzen, wo immer wir es finden. Den guten Kern einer Bewegung zu erfassen, an ihm weiter zu bauen ist Gemeinschaftspflicht und Auszeichnung zugleich.

Daran sollten uns Einzelheiten nicht hindern. Ich habe, glaube ich, noch nie einen Menschen getroffen, der mit seiner Partei ganz zufrieden gewesen wäre. Sollte ihn das hindern, dem Fortschritt der Menschheit Wege zu bereiten? Ich habe viele kennen gelernt, einer bestimmten Partei angeschlossen, deren ganzer Lebensstil sie einer anderen Partei zuführen sollte. Sie waren sicherlich guten Willens. Man kann auf sie nicht verzichten, wenn die Gleichwertigkeit der Menschen auf dem Spiele steht.

<!-- Siguen en el artículo las respuestas de otros firmantes (Max Graf, Ernst Lichtblau, Fritz Grünbaum, Fanina Halle y otros), que no son de Adler; no se transcriben. -->

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*Fuente:* *Wiener Allgemeine Zeitung*, martes 26 de abril de 1927, pág. 5. Transcripción manual hecha sobre la imagen de página de ANNO (Österreichische Nationalbibliothek, waz19270426, imagen 5), con ayuda de un OCR Fraktur propio; texto cotejado íntegramente con la imagen. Se transcriben el titular, la entradilla del periódico y la respuesta de Adler; las de los demás firmantes se omiten. La primera frase de Adler va impresa en espaciado (aquí en cursiva). «Anerkenung», así en el impreso. La «Kundgebung des geistigen Wien» a la que se refiere está en el archivo (Arbeiter-Zeitung, 20 de abril de 1927).
